Das japanische Bahnunternehmen West Japan Railways hat sich zum Ziel gesetzt, die Unfälle zwischen Passagieren und Zügen an Bahnhöfen zu verringern. Deswegen hat sie sämtliche Zusammenstöße seit April 2013 untersucht und ist dabei auf eine besondere Häufung gestoßen: Bei immerhin vierzig Prozent der Unfälle waren betrunkene Passagiere beteiligt. Deswegen hat das Unternehmen nun spezielle Kameras entwickeln lassen, die automatisch betrunkenes Verhalten erkennen und dann Mitarbeiter zur Unterstützung herbeirufen können. Das Besondere dabei: Mit den aufgenommenen Bildern lassen sich keine individuellen Personen erkennen, es werden lediglich die Bewegungen analysiert.


Überwachungskameras in Großbritannien.
Überwachungskameras in Großbritannien.

Inzwischen wurden schon 46 Kameras installiert

Die Persönlichkeitsrechte der Bahnhofsbesucher bleiben also geschützt. Für das Bahnunternehmen haben die neuen Kameras zudem den Vorteil, dass keine Mitarbeiter ewig vor den Bildschirmen im Überwachungsraum sitzen müssen. Vielmehr analysieren die Kameras die Bilder eigenständig und rufen nur bei Bedarf menschliches Personal herbei. Bis jetzt hat West Japan Railways bereits 46 entsprechende Kameras in Osaka installiert. Es existieren zudem Pläne, weitere Bahnstationen mit der Technik auszurüsten. Zu Personenunfällen mit Zügen kommt es dabei öfter als man annehmen könnte. So zählten die Experten alleine bei West Japan Railways seit April 2013 221 entsprechende Zusammenstöße. Immerhin 88 dieser Unfälle ließen sich auf den Alkoholkonsum des Passagiers zurückführen.

Sitzbänke wurden umpositioniert

Vielleicht reicht aber auch schon eine simple Maßnahme aus, um die Zahl solcher Unfälle zu verringern. Denn bei der Auswertung von Videomaterial vergangener Jahre stellten die Experten des Unternehmens fest, dass bei sechzig Prozent der alkoholbedingten Unfälle, die Passagiere direkt von einer Bank auf die Schienen liefen. Deshalb wurden die Sitzbänke auf den Bahnhöfen nun so positioniert, dass sie nicht mehr direkt auf die Gleise zeigen. Bisher lässt sich allerdings noch nicht wirklich sagen, inwieweit dies die Zahl der Unfälle verringern hilft.


Via: Popsci

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