In Japan haben Hochgeschwindigkeitszüge fast schon Tradition. 1964 wurde die erste sogenannte Highspeed-Rail (HSR) eingeweiht, die seitdem von dem Shinkansen Bullet Train befahren wird. Diese Züge waren anfangs auf Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h begrenzt. Aktuell sind die Sinkansen-Züge mit bis zu 300 km/h unterwegs. Aber Japan hat noch nicht genug. Kürzlich fand der erste Test mit einem speziellen Zug-Typ statt, der dank einer besonderen Technik Geschwindigkeiten von bis zu 501 km/h erreichen kann.


maglev train
Der Maglev-Zug erreicht beeindruckende Geschwindigkeiten

Hochgeschwindigkeit dank Magnettechnik

Die neuen Shinkansen-Züge greifen auf aktuelle Magnettechik zurück, bei der die Züge mittels starker entgegengesetzt gepolten Magneten beschleunigt und auf der Strecke gehalten werden. Diese Technologie wird als “Maglev” (kurz für “Magnetic Levitation” oder Magnetschwebebahn) oder “L-Zero” bezeichnet.

Die neuen Züge werden auf normalen Weg auf etwa 160 km/h beschleunigt. Dann setzt die Maglev-Technologie ein. Die Magneten können die Züge je nach Streckenbedingungen auf ca. 500 km/h beschleunigen.


Öffentliche Testläufe ab November

Im November 2014 werden die ersten Testläufe durchgeführt, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Eingesetzt werden sollen die Züge auf der Strecke Tokyo – Nagoya. Für die 286 km lange Strecke wird der Zug etwa 40 Minuten brauchen, inklusive Stops an den insgesamt sechs Stationen – Tokyo Shinagawa, Sagamihara in der Kanagawa Präfektur, Kofu in der Yamanashi Präfektur, Iida in der Nagano Präfektur, Nakatsugawa in der Gifu Präfektur und schließlich Nagoya.

Maglev-Technologie in Japan

Maglev-Technologie gewinnt in Japan immer mehr an Bedeutung. Die Regierung möchte beweisen, dass die Technologie funktioniert und diese für den Export vorbereiten. Erst kürzlich bot die japanische Regierung der amerikanischen an, für 5 Milliarden US-Dollar einen Maglev-Zug zu bauen, der in 15 Minuten von Washington nach Baltimore und dann weiter nach New York fährt. Japan testet im Moment außerdem den JR-Maglev mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 581 km/h.

Maglev-Technologie im Rest der Welt

In China fährt momentan die einzige im normalen Betrieb eingesetzte Magnetschwebebahn der Welt. Diese verbindet die Strecke vom Flughafen von Shanghai ins Stadtzentrum. Für die 30,5 km benötigt der Zug 7–8 Minuten bei einer Spitzengeschwindigkeit von 431 km/h.

Auch Deutschland hat mit der Maglev-Technologie experimentiert. Die Entwicklung begann in der späten 70er-Jahren, bis zu den ersten Testläufen vergingen über 20 Jahre. Die Technologie wurde auf den Namen Transrapid getauft. Verschiedene Transrapid-Testprojekte wurden in den 2000er-Jahren aufgrund der hohen Kosten eingestellt, die letzte Transrapid-Versuchsanlage fiel 2011 dem Rotstift zum Opfer.

Bis die ersten Passagiere in Tokyo eine offizielle Zugverbindung mit Maglev-Zügen nach Nakoya nutzen können, wird noch einige Zeit vergehen. Der feste Einsatz im Shinkansen-Netz ist für 2027 geplant.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.