Japan ist weltweit die drittgrößte Volkswirtschaft und gilt als ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Bisher nutzt das Land daher – ähnlich wie auch Deutschland – das amerikanische GPS-System, um beispielsweise Navigationsgeräte mit den benötigten Daten zu versorgen. Dies bringt aber einige Nachteile mit sich. So wird das GPS vom amerikanischen Militär betrieben – was sich im Zweifelsfall vorbehält, den Dienst auch abzuschalten. Zum anderen sind die Daten in der zivilen Version deutlich ungenauer als sie sein könnten. Japan hat sich daher entschlossen, parallel ein eigenes extrem präzises satellitengestütztes Ortungssystem aufzubauen. Die Fehlertoleranz bei der Ortung einzelner Objekte soll so auf wenige Zentimeter reduziert werden.

Mit einer H-2A-Rakete wurde der Satellit ins Weltall befördert. Foto: global.jaxa.jp

Autonome Drohnenflüge könnten zukünftig deutlich präziser ablaufen

Japanische Karten-Apps könnten zukünftig also beispielsweise deutlich genauer arbeiten als dies bisher etwa bei Google Maps möglich ist. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Anwendungsgebiete. Neben den bereits erwähnten Navigationssystem in Autos basiert zum Beispiel auch die eigenständige Steuerung von Drohnen oftmals auf einer satellitengestützten Navigation. Auch in diesem Bereich soll zukünftig mit deutlich genaueren Daten gearbeitet werden können. Ist das japanische System zudem erst einmal in Betrieb, dürften noch zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Nutzung entdeckt werden. Denkbar wäre beispielsweise, dass autonome Nutzfahrzeuge wie Traktoren auf die Daten zugreifen und diese zur Steuerung nutzen. Die technischen Voraussetzungen für den Aufbau des Systems könnten im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden.

Das Europäische Galileo-System kam erst mit Verzögerung

Denn bereits im Jahr 2010 schickte Japan einen ersten Satelliten namens Michibiki ins All, der später einmal für den Aufbau des Ortungssystems genutzt werden soll. Nun kam in Zusammenarbeit zwischen der japanischen Weltraumbehörde und dem privaten Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries ein zweiter solcher Satellit hinzu. Ins All gebracht wurde der Ortungssatellit durch eine H-2A-Rakete. Den aktuellen Planungen zufolge sollen in diesem Jahr dann noch zwei weitere Satelliten in den Weltraum gebracht werden. Dass der Aufbau eines solchen Systems auch Tücken mit sich bringen kann, musste allerdings die Europäische Union feststellen: Das europäische GPS namens Galileo sollte ursprünglich im Jahr 2008 den Betrieb aufnehmen – tat dies aber erst mit achtjähriger Verspätung.

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