Lange Zeit hat Japan beinahe vollständig auf Atomkraft gesetzt, um den eigenen Energiebedarf zu decken. Nach der Katastrophe von Fukushima sucht das Land nun allerdings fieberhaft nach alternativen Energiequellen. Solarenergie würde sich dabei grundsätzlich anbieten. Allerdings ist es gar nicht so einfach auf den dicht besiedelten Inseln dafür ausreichend Platz zu finden. Zuletzt hat eine japanische Firma daher Binnengewässer mit schwimmenden Solarparks versehen. Nun rücken andere ungenutzte Flächen in den Fokus der findigen Ingenieure: Golfplätze, die in Zeiten des Booms in den 1990er Jahren gebaut wurden und heute nicht mehr genutzt werden.


12. Grün auf dem West Course, Andrews Air Force Base, USA
12. Grün auf dem West Course, Andrews Air Force Base, USA

Ein Modellprojekt liefert bereits sauberen Strom

In den Fokus gerückt sind die Anlagen dabei, weil sie mehrere Vorteile mit sich bringen: Zunächst handelt es sich um große, zusammenhängende Flächen. Diese wurden zudem größtenteils von schattenspendenden Objekten wie Bäumen befreit. Außerdem wurde das Gebiet infrastrukturtechnisch bereits erschlossen, das heißt es existieren Stromanschlüsse, Straßen und Wasserleitungen. Ein erstes Modellprojekt wurde dabei bereits abgeschlossen: Ein ehemaliger Golfplatz in der Präfektur Kyoto liefert rund 26000 Megawattstunden Energie im Jahr. Dies reicht immerhin aus, um mehr als 8000 Häuser mit Strom zu versorgen. Die Firma Kyocera Power jedenfalls scheint mit den Ergebnissen so zufrieden zu sein, dass zeitnah ein zweites solches Projekt umgesetzt werden soll.

Auch die USA haben zahlreiche ungenutzte Golfplätze

Umweltschützer befürworten das Projekt dabei nicht nur, weil so saubere Energie gewonnen werden kann, sondern auch weil die Plätze nun nicht mehr aufwendig gepflegt werden müssen. Dabei werden nämlich nicht nur Unmengen an Wasser verbraucht, sondern es kommen auch Dünger und Pflanzenschutzmittel in großen Mengen zum Einsatz. Sollten sich die Umwandlungen in Japan als erfolgreich erweisen, dürfte dies auch das Interesse einiger US-Konzerne wecken. Denn auch dort wurden vor der Finanzkrise 2008 zahlreiche Golfplätze angelegt, die heute nicht mehr benötigt werden.


Via: Treehugger

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