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Kamikatsu: Japanische Kleinstadt will ab dem Jahr 2020 keinen Müll mehr produzieren

Deutschland gilt als Weltmeister im Müll trennen. Für viele ist es hierzulande inzwischen völlig normal, die eigenen Abfälle auf vier bis fünf unterschiedliche Tonnen zu verteilen. Verglichen mit dem Aufwand, der in der japanischen Kleinstadt Kamikatsu betrieben wird, ist die deutsche Mülltrennung allerdings auch nur ein bescheidener Anfang. Dort bringen die Einwohner ihren Müll nicht nur selbst zu einer zentralen Recyclingstelle, sondern sortieren diesen vorher auch noch in 34 unterschiedliche Kategorien. Lohn dieser Mühen: Bereits heute gelingt es der Stadt, achtzig Prozent der eigenen Abfälle wieder zu verwerten. Innerhalb der nächsten vier Jahre soll das System zudem so weiter entwickelt werden, dass gar kein unrecycelter Müll mehr übrig bleibt.

Youtube-Screenshot. Via: Treehugger

Youtube-Screenshot. Via: Treehugger

Zweidrittel der Kosten für die Müllentsorgung konnten eingespart werden

Die Stadt betont dabei, dass es sich keineswegs nur um ein Öko-Prestigeprojekt handelt. Vielmehr bringe das Projekt konkrete Vorteile mit sich. So konnten die Umweltbelastungen durch die Müllverbrennung enorm minimiert werden. Aber auch finanziell lohnt sich das Engagement der Bürger: Die Kosten für die Müllentsorgung sind inzwischen auf ein Drittel gesunken. Innerhalb der Sammelstelle werden die Einwohner zudem über den Recyclingprozess ihres Mülls aufgeklärt. So erklären Schilder welche Art von Müll für welche neuen Produkte verwendet wird. Außerdem ist dort sofort ersichtlich, was diese neue Verwendung die Stadt kostet beziehungsweise an Ertrag bringt.

Auch Stoffe und Kleidungsstücke werden zu neuen Produkten verarbeitet

Auf diese Weise sollen die Einwohner in die Lage versetzt werden im Zweifelsfall eher guten Müll zu produzieren – also beispielsweise eine Papiertüte statt einer Plastikverpackung zu nutzen. Für Stoffe und Kleidungsstücke haben Einwohnerinnen der Stadt zudem eine eigene Recyclingfabrik aufgebaut. Dort werden die alten Klamotten zu neuen Produkten verarbeitet: So entstehen dort etwa Teddybären, Tragetaschen und Pullover. Die verschiedenen Maßnahmen haben dafür gesorgt, dass Kamikatsu schon bald die erste Stadt weltweit sein könnte, die keinen klassischen Müll mehr produziert. Die rund 1.700 Einwohner geben damit ein gutes Vorbild für zahlreiche andere Städten und Gemeinden ab.

Via: Treehugger

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