Der Kampf gegen weit verbreitete Krankheiten in den Schwellen- und Entwicklungsländern ist nicht immer einfach. Der Klimawandel und die Globalisierung sorgen zudem dafür, dass sich Krankheiten heute viel schneller und unvorhersehbarer ausbreiten. Im Kampf gegen Malaria hat die Weltgemeinschaft zuletzt aber erstaunliche Fortschritte gemacht. Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge, ist die Zahl der jährlichen Todesfälle seit dem Jahr 2000 um rund sechzig Prozent gesunken. Grund dafür waren aber keine Durchbrüche in der medizinischen Forschung, sondern vergleichsweise simple Maßnahmen: Informationskampagnen und die Verteilung von Mückennetzen. Diese Tatsache bringt auch Hoffnung für die Bekämpfung andere Krankheiten – etwa des ebenfalls durch Mückenstiche verursachten Dengue-Fiebers.


Eine Anopheles Stechmücke saugt Blut aus der Haut
Die Stechmücke Anopheles überträgt Malaria und kann durch einfache Mückennetze brkämpft werden

Besonders kleine Kinder werden heute durch Mückennetze geschützt

Den Angaben des UN-Berichts zufolge gab es im mJahr 2000 weltweit 262 Millionen Malaria-Erkrankungen und 840.000 daraus resultierende Todesfälle. In diesem Jahr werden hingegen nur 214 Millionen Ansteckungen und 438.000 tödliche Verläufe erwartet. Der Rückgang ist dabei vor allem mit der Zahl der Mückennetze zu erklären. Zu Beginn des Jahrtausend schliefen weniger als zwei Prozent der unter fünfjährigen Kinder unter einem solchen Netz – heute liegt die Zahl bei 68 Prozent. Dies ist von besonderer Bedeutung, weil kleine Kinder besonders schwer unter einer Malaria-Infektion leiden und die Krankheit in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich oft tödlich verläuft. Hinzu kommmt aber noch eine zweite Entwicklung: Die verfügbaren Malaria-Medikamente werden nun gezielter eingesetzt.

Investitionen der Weltgemeinschaft retteten 6,2 Millionen Menschenleben

Früher wurden oft auch normale Fiebererkrankungen mit Malaria-Medikamenten behandelt. Diese fehlten dann aber bei wirklichen Malaria-Patienten. Verstärkte Informationskampagnen und verbesserte Testmethoden haben diese Problematik inzwischen weitgehend lösen können. Möglich waren die Erfolge im Kampf gegen Malaria aber vor allem durch die Bereitstellung ausreichender Finanzmittel. So sind die entsprechenden Mittel bei der UN und der WHO seit dem Jahr 2000 um das zwanzigfache aufgestockt worden. Der Effekt dieses Geldes lässt sich dabei in einer drastischen Zahl ausdrücken: Seit dem Jahr 2000 konnten so 6,2 Millionen Todesfälle vermieden werden.


Via: Medicalxpress

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