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Kampf gegen Zika: Gamma-Strahlung soll Ägyptische Tigermücke unfruchtbar machen

Dass die Ägyptische Tigermücke das Zika-Virus überträgt, ist schon seit längerem bekannt. Lange Zeit wurde die damit einhergehende Gefahr allerdings unterschätzt. Denn im Normalfall treten dabei nur leichte Grippesymptome auf, die für gesunde Menschen vollkommen ungefährlich sind. Doch bei Schwangeren kann das Virus zu schweren Gehirnschäden des Kindes führen. Das besonders stark betroffene Brasilien hat daher inzwischen sogar das Militär mobilisiert, um gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen. Hilfe könnte dabei nun von der Internationalen Atomenergiebehörde aus Wien kommen. Dort wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem männliche Mücken durch atomare Strahlung sterilisiert werden. Diese können Weibchen dann zwar noch befruchten, aus den gelegten Eiern schlüpfen dann aber keine neuen Mücken.

Der stellvertretende Direktor der IAEA,  Aldo Malavasi, erklärt die Technik auf einer Pressekonferenz. Foto: D. Calma/IAEA

Der stellvertretende Direktor der IAEA, Aldo Malavasi, erklärt die Technik auf einer Pressekonferenz. Foto: D. Calma/IAEA

Auf Madeira konnten so bereits die Fruchtfliegen eingedämmt werden

Die grundlegende Technik wurde dabei auch bereits in der Praxis getestet. So konnte auf diese Weise beispielsweise die Population von Fruchtfliegen auf der portugiesischen Insel Madeira erfolgreich eingedämmt werden. Der Plan für Brasilien sieht nun vor, insgesamt zwölf Millionen männliche Tigermücken zu züchten und diese anschließend der Gamma-Strahlung auszusetzen, bevor sie in die freie Natur gelassen werden. Dort sorgen sie anschließend auf natürliche Art und Weise für eine drastische Verminderung der Population. Ein erstes Gerät zur atomaren Sterilisierung soll dabei zunächst rund um die Stadt Juazeiro getestet werden. Erweist sich die Methode dort dann als erfolgreich könnte sie auf das ganze Land ausgeweitet werden.

Spätestens bis zu Olympia soll das Virus unter Kontrolle sein

Der Vorteil dieser natürlichen Populationskontrolle ist, dass die Mücken nicht einzeln gefunden und getötet werden müssen. Vielmehr schwärmen die männlichen Tigermücken ganz automatisch aus und finden ihre Artgenossen von alleine. Damit die sterilisierten Männchen sich dabei auch tatsächlich großflächig verteilen, ist zudem der Einsatz von Drohnen geplant. Diese könnten mit den gezüchteten Mücken ganze Landstriche überfliegen und die Tiere dann nach und nach aussetzen. Die brasilianische Regierung hofft, mit solchen und ähnlichen Maßnahmen die Verbreitung des Zika-Virus spätestens bis zum Beginn der Olympischen Spiele im Sommer in den Griff zu bekommen.

Via: Popsci

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1 Kommentar

  1. Ließe sich das Verfahren nicht auch gegen Malaria einsetzen? Wenn man die Mücken nicht züchtet, sondern eine der aller stärksten klont, wäre das Verfahren noch effektiver. Aber ich glaube, das wäre zu teuer.

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