Mörtel besteht aus Wasser, Gesteinskörnung und einem Bindemittel. Der Baustoff ist dabei vielseitig einsetzbar und kann beispielsweise genutzt werden, um Wände zu verputzen oder die Fugen zwischen Fliesen zu schließen. Problematisch kann es allerdings werden, wenn Wasser in den Mörtel eindringt. Die Folgen davon dürfte jeder schon einmal gesehen haben: Im Badezimmer bildet sich dann beispielsweise Schimmel und an der Außenwand entstehen Risse. Biomechaniker der Technischen Universität München haben daher nun einen spezeill wasserabweisenden Mörtel entwickelt. Möglich wird dies durch den Einsatz eines besonderen Biofilms, der zu der Mörtelmischung hinzugefügt wird und dafür sorgt, dass deutlich weniger Wasser auf der Oberfläche haften bleibt.


Grafik: Stefan Grumbein / TUM
Grafik: Stefan Grumbein / TUM

Kristalline Stachel sorgen für den wasserabweisenden Effekt

Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Bakterium Bacillus subtilis. Dieses kommt vergleichsweise häufig in Böden vor und lässt sich extrem leicht vermehren und bildet so viel Biomasse. Aus dieser widerum lässt sich dann der Biofilm herstellen, der bei der Mörtelproduktion zum Einsatz kommen soll. Der Biofilm sorgt dabei dafür, dass auf der Oberfläche des Mörtels kleine kristalline Stacheln entstehen. Diese verhindern, dass Wassertropfen dort großflächig auftreffen können. Dadurch erhält der Wassertropfen eine Kugelform und perlt von der Oberfläche ab – ähnlich wie dies beispielsweise auch bei Teflon der Fall ist. Der Biofilm sorgt folglich dafür, dass die stachelartige Struktur gleichmäßig verteilt entsteht – und so der wasserabweisende Effekt erreicht wird.

Zukünftig könnte der Biofilm auch bei Beton zum Einsatz kommen

Ein weiterer Vorteil der Biomasse: Sie lässt sich auch gefriergetrocknet zum Einsatz bringen, wodurch die Lagerung, der Transport und die Dosierung erleichtert wird. Hinzu kommt, dass sich der Biofilm leicht auch im industriellen Maßstab herstellen lässt. Er könnte also problemlos in die bisherigen Prozesse integriert werden. Zunächst aber müssen die Forscher der Technischen Universität München noch nachweisen, dass der Biofilm-Mörtel auch langfristig die selben Eigenschaften besitzt wie herkömmlicher Mörtel. Gelingt dies, könnten Frostschäden und Schimmel bei Mörtel schon bald der Vergangenheit angehören. Dor Forscher denken zudem schon einen Schritt weiter: Sie wollen testen, ob der Biofilm etwa auch bei Beton zum Einsatz kommen kann.


Via: TUM

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