In den meisten Fällen werden Roboter entwickelt, um Aufgaben zu übernehmen, die sonst von einem Menschen durchgeführt werden. Im Falle des japanischen Roboters Kengoro sieht es etwas anders aus: Der humanoide Roboter macht Sport – Badminton, Push-ups und Klimmzüge führt der Roboter durch. Dabei muss er sogar schwitzen.


ASANO, OKADA, INABA, SCI. ROBOT. 2, EAAQ0899 (2017)

Kongoro sportelt wie ein Mensch

Entwickelt wurde Kengoro von Forschern der Universität Tokyo. Der Roboter wirkt in seinem Aussehen und seinen Bewegungen sehr lebensecht und unterscheidet sich stark der Art von Robotern, wie sie für den Einsatz in der Industrie entwickelt werden.

Kengoro wurde wie sein Vorgänger Kenshiro entwickelt, um den menschlichen Körper so gut es geht nachzuahmen. Kenshiro war einem 13-jährigen Jungen nachempfunden, der Roboter brachte 57 Kilogramm auf die Waage. Kengoro dagegen ist etwas schwerer. Bei beiden Robotern stimmt das Verhältnis von Fußlänge zu Schulterhöhe jedoch mit dem des Menschen überein.


Künstliches Muskelsystem sorgt für hohe Beweglichkeit

116 Aktoren sind für die Bewegungen von Kengoro verantwortlich. Diese ziehen an Drähten, um die Kontraktion von Muskeln zu simulieren. Diese simulierten Muskeln sind sogar ähnlich platziert wie die des menschlichen Körpers. Da die Aktoren aber einiges an Hitze produzieren, muss Kengoro schwitzen. Durch das Innere seines Metallgestells aus porösen Aluminium zirkuliert Kühlwasser, das sich erhitzt und als Dampf durch das Material austritt.

Mit seinem künstlichen „Muskelsystem“ ist Kengoro sechsmal so beweglich wie herkömmliche Humanoiden. Sogar auf die Zehenspitzen kann der Roboter sich stellen. Dank einer flexiblen Wirbelsäule kann er Sit-ups machen und wirkt dabei tatsächlich vom Bewegungsablauf her sehr menschlich. Bei Klimmzügen kann Kengoro immerhin sein eigenes Körpergewicht heben.

Humanoide Roboter ahmen Menschen nach

Primär handelt es sich bei Kengoro um eine Studie, was in der Robotik in Richtung Humanoide möglich ist. Allerdings hat der Roboter durchaus reale Einsatzmöglichkeiten. So könnte er etwa Crashtest-Dummies ersetzen. Diese sind aktuell noch sehr passiv. Kengoro wäre hervorragend geeignet, in einem Crash einen lebendigen Menschen zu simulieren.

Humanoide Roboter sind quasi das Ebenbild des Roboters aus den meisten Science-Fiction-Filmen. Roboter werden häufig als menschenähnlich dargestellt – sei es in einfacheren Versionen oder als nahezu perfekter Maschinen-Mensch wie etwa in dem Film „I, Robot“. In Zukunft könnten solche Roboter etwa eingesetzt werden, um als Rettungsroboter unwegsame Gelände zu erkunden oder als multifunktionale Haushaltshilfe zu fungieren.

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Börsianer

    28. Dezember 2017 at 14:48

    Das erinnert mich an einen Cyborg aus dem Film Terminator. Aber spannend ist die Entwicklung im Robotikbereich auf jeden Fall.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.