Wirklich gern zum Arzt geht keiner von uns. Ein Startup aus den USA verspricht, lästige Arztbesuche minimieren zu können. Die Firma Kijini entwickelt momentan eine Reihe von Apps, die den Gesundheitszustand des Nutzers anhand einer Stimmanalyse ermitteln können. Wir finden: Eine nette Spielerei, aber gefährlich für jeden, der meint, dank solcher Apps wirklich auf Arztbesuche verzichten zu können.


Kijini

Gesundheits- und Persönlichkeitsanalyse anhand der Stimme

Der Firmenname Kijini setzt sich zusammen aus dem chinesischen Wort “Chi”, was für die Lebensenergie steht, und dem Jinni, einer magischen Figur, die Wunder wirken kann. Das Startup entwickelt momentan eine Reihe von Apps, die die physische und psychische Gesundheit des Nutzers ermitteln sollen. Hierfür wird die Stimme aufgenommen und einer Analyse unterzogen. Die daraus gewonnen Informationen können genutzt werden, um Vitamin- oder Nährstoffmängel, Infektionen oder andere gesundheitlichen Probleme festzustellen, behauptet Kijinis COO Matthew Sanderson. Kijini kann sogar die Persönlichkeit des Nutzers anhand der Stimme analysieren.


Was wie ein Konzept aus einem SciFi-Film klingt, basiert laut Sanderson auf solider Forschung, die schon seit 25 Jahren betrieben werde. Kijini wird beim Launch im August eine Symbiose aus Erkenntnissen aus der Biologie, den Neurowissenschaften und der Physik darstellen.

Frequenzanalysen als Schlüssel zu Informationen

Unsere Wahrnehmung basiert auf Frequenzen. Sei es die Wellenlängen von Licht, die uns Farben sehen lassen, oder die Frequenz von Geräuschen, die unser Ohr erreichen. Neben den Frequenzsignalen, die der Mensch wahrnehmen kann, gibt es noch unzählige andere, die uns verwehrt bleiben.

Laut den Theorien der Quantenphysik vibriert alles im Universum in einer bestimmten Frequenz – einschließlich der Atome und Moleküle, die den menschlichen Körper ausmachen. Wenn wir krank sind, ändern sich die Frequenzen. Eine Tumorzelle vibriert in einer komplett anderen Frequenz als eine normale Körperzelle. Ähnliches gilt für infiziertes Gewebe oder im Körper vorhandene Schwermetalle.

Die Vielzahl an Frequenzen bündeln sich in der menschlichen Stimme. Die Variationen bleiben dem menschlichen Ohren verwehrt, nicht jedoch speziellem Equipment wie den Kijini-Apps. “The body is using biochemicals to maintain the homeostasis vibrationally. And we’re able to see how the body operates from a vibrational perspective”, so Sanderson.

Um die Apps zu entwerfen, sammelte Kijini Erkenntnisse aus der Biomechanik und Quantenphysik. Nach mehreren Jahren Forschung konnten Biomechaniker die Stimmfrequenzen ermitteln, die mit bestimmten gesundheitlichen Problemen zusammenhängen, wie zum Beispiel hohem Blutzucker, Krebs oder Moorbus Parkinson. Die Frequenzen wurden in Datenbanken gesammelt, die Kijini sich nun zunutze macht. Kijini entwickelte bestimmte Algorithmen, die die Frequenzen in der Stimme eines Menschen analysieren und somit Rückschlüsse auf seine Gesundheit ziehen können. Zumindest behauptet das das Unternehmen.

Sechs Apps zur Stimmanalyse

Beim Start im August soll Kijini sechs Apps umfassen: Persönlichkeit, Muskeln, Ernährung, Energie, Entgiftung und Diät. Mehr als 30 weitere sollen folgen. Die Persönlichkeits-App soll die Interessen, Stärken und Schwächen eines Individuums erkennen können, während die Ernährungs-App die Nährstoff-Balance im Körper überwachen soll. Die Muskel-App wird erkennen, welche Muskeln und Bänder geschwächt und damit verletzungsgefährdet sind. Die Detox-App wird auf gefährliche Mengen von Schwermetallen im Körper hinweisen. Die Energie-App wiederum wird Informationen über Müdigkeits- und Stresslevel bereithalten. Die Diät-App schließlich soll den Kalorien-Intake des Körpers überwachen. Die sechs Apps werden sowohl für iOS als auch für Android kostenfrei erhältlich sein, mit der Option auf ein “Pro”-Abonnement.

Ernsthafte Apps oder Geldmacherei?

Wie ernst die Apps von Kijini zu nehmen sind, lässt sich schwer ermitteln. Was fest steht, ist, dass sie nicht dazu gedacht sind, Arztbesuche zu ersetzen. Der Ansicht ist auch Matthew Sanderson. Die Apps seien nicht dazu gedacht, traditionelle Diagnostik zu ersetzen. Stattdessen sollen sie diese unterstützen. „It really gives people the ability to understand what’s happening in their bodies.That’s why I wanted to put Kijini into the hands of people“, so der COO von Kijini.

Dennoch sind derartige Gesundheits-Apps mit Vorsicht zu genießen. Zum einen geben sie den Nutzern eine Entschuldigung, bei Problemen nicht zum Arzt zu gehen. Zum anderen weiß keiner, wie verlässlich die Erkenntnisse sind, die die Apps aus der Stimmanalyse ermitteln. Diagnose-Apps sind nicht unbedingt für ihre Zuverlässigkeit bekannt.

Kijini finanziert sich über eine momentan noch laufende Indiegogo-Kampagne.

Kijini im Video

https://www.youtube.com/watch?v=ngc_6a-88ic

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