Blitzeis ist auf deutschen Straßen eine echte Gefahr. Wie der Name suggeriert, vereisen die Fahrbahnen sehr schnell und sind dann prädestiniert für gefährliche Rutschpartien. Jeder, der das schon einmal erlebt hat, weiß, wie unangenehm das sein kann. Gegenmittel gibt es kaum, weshalb Winter für Winter Autofahrer selbst auf deutschen Autobahnen zum Schritttempo verurteilt sind, bis die Autobahnmeistereien Salz auf die Fahrbahn streuen konnten, was oft mehrere Stunden dauert. Und selbst dann ist extreme Vorsicht angesagt. Die umständliche Methode mit dem Salz könnte in Zukunft einer sehr viel ökologischeren Variante weichen: In Köln wurde eine Asphaltheizung für Autobahnen getestet. Die benötigte Wärme kommt aus der Tiefe.


Foto:  Winterdienst, Metropolico.org, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Winterdienst, Metropolico.org, Flickr, CC BY-SA 2.0

Heizen mit Erdwärme

Der Kampf gegen Schnee und Eis auf deutschen Autobahnen kostet den Bund und die Länder Jahr für Jahr viel Geld. Die Bundesanstalt für Straßenwesen möchte in Köln eine Alternative zu den herkömmlichen Methoden wie Räumfahrzeuge und gestreutes Salz testen. Eine mit Erdwärme gespeiste Asphaltheizung soll die Autobahn frei von Schnee und Eis halten. Der Praxistest wird 2017 beginnen. Die deutschen Autofahrer werden vorerst allerdings nichts von der Innovation haben, denn der Versuch ist auf ein Testgelände beschränkt, das neben dem Autobahnkreuz Köln-Ost gebaut wird.

Vom Prinzip her arbeitet die Heizung wie die Heizanlagen von Häusern, die per Erdwärme heizen. Pumpen fördern warmes Wasser aus der Tiefe und in ein Rohrsystem unter der Fahrbahn geleitet – ganz so wie bei einer Fußbodenheizung. Der Effekt: Eis und Schnee kann sich auf der Fahrbahn gar nicht erst festsetzen, die Autobahn bleibt sicher und der Aufwand des Salzstreuens und Räumens entfällt.


Kühlung im Sommer

Der Bau des Testgeländes begann bereits letztes Jahr. Bei dem Projekt arbeiten das Bundesamt und die Staßenbauverwaltung NRW zusammen. Das Prinzip der geothermischen Bodenheizung hat sich bereits in Erdwärmesiedlungen bewährt.

Ein angenehmer Nebeneffekt der Anlage ist, dass die Fahrbahn an heißen Tagen auch gekühlt werden kann. Damit wird gegen den Verfall des Asphalts durch Hitze gearbeitet.

Neben der Klimaanlage für die Fahrbahn werden auf dem Gelände auch Sensoren für Brücken erprobt, die Risse erkennen und entsprechend warnen sollen. Außerdem sollen verschiedenen Straßenbeläge auf Haltbarkeit und Griffigkeit getestet werden. Der Bau der Teststrecke wird etwa 6,8 Millionen Euro kosten – dafür soll sie allerdings auch 30 Jahre lang genutzt werden.

Ob sich die Asphalt-Klimanlage bewährt und es in den tatsächlichen Einsatz schafft, wird sich zeigen müssen. Die Idee überzeugt jedenfalls und könnte den Verkehr auf deutschen Autobahnen sicherer machen. Anfangs würde die Anlage jedoch lediglich bei kritischen Autobahnabschnitten wie Autobahnkreuzen etc. eingesetzt werden.

via DerWesten.de

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    7. August 2016 at 15:20

    Endlich geht es mit der Sache voran. Hier findet man die Chronologie der bisherigen Entwicklung:

    Mein Vorschlag, die beiden ehemaligen Landebahnen des Flughafens Tempelhof in Berlin zum weltweit größten thermischen Solarkollektor mit Wärme-Tiefspeicher umzuwandeln, und damit die umliegenden Wohngebiete saisonal mit Brauchwasser- und Heizwärme zu versorgen, wurde von den betreffenden Managern mit völligem Unverständnis begegnet – sie hatten noch nie davon gehört… und scheinen auch keine Lust gehabt haben, dies zu ändern.

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