In Europa gibt es teilweise bereits ein länderübergreifendes Stromnetz. Viele Nachbarländer Deutschlands sind davon allerdings aktuell nicht so begeistert, weil hierzzulande regelmäßig für kurze Zeit zu viel Ökostrom produziert wird und dieser dann in die Nachbarnetze abgegeben werden muss. Die dortigen Netzbetreiber müssen dann zusehen, was sie mit dem zusätzlichen Strom anstellen. Grundsätzlich ist ein möglichst breitflächiges Stromnetz aber eine sinnvolle Sache, weil dann immer die Kraftwerke in Betrieb genommen werden können, die gerade am effizientesten arbeiten. Theoretisch könnte Europa also im Sommer tagsüber von spanischen Solarkraftwerken und in der Nacht von norwegischen Wasserkraftwerken versorgt werden. Auch die Gefahr von Blackouts lässt sich verringern, wenn viele Alternativkraftwerke zur Verfügung stehen.


Bild: ElecLink

Bis zu zwei Millionen Haushalte können länderübergreifend versorgt werden

Bisher ist ein solches gesamteuropäisches Netz mit einer intelligenten Steuerung allerdings nur in Ansätzen vorhanden. Frankreich und Großbritannien schreiten auf diesem Weg aber nun voran: Ein 490 Millionen Pfund teures Unterwasserkabel soll die Stromnetze der beiden Länder miteinander verbinden. Damit ist es möglich, bis zu zwei Millionen Haushalte über den Kanal mit Strom zu versorgen. Den Berechnungen der Netzbetreiber zufolge können durch eine intelligente Kraftwerkssteuerung und dank des neuen Kabels in den Jahren 2020 bis 2030 sechs Millionen Tonnen an CO2-Emissionen eingespart werden. Das Projekt erhöht also nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern stellt auch einen Beitrag zum europäischen Klimaschutz dar.

Das Projekt bleibt vom Brexit unberührt

Großbritanniens Energieminister Jesse Norman reiste daher eigens zur Grundsteinlegung an und setzte damit auch ein Zeichen, dass die Kooperation auf diesem Gebiet nicht durch den anstehenden Brexit in Frage gestellt wird. „Wir als Regierung unterstützen einen größeren Stromaustausch mit unseren europäischen Partnern, um die Stromrechnungen zu senken und die Energiesicherheit zu festigen als Teil unserer modernen Industriepolitik“, so der Politiker in seinem Eröffnungsstatement. In Betrieb gehen wird das neue Kabel aller Voraussicht nach im Jahr 2020. Vielleicht könnten Stromkabel langfristig aber auch überflüssig werden: Denn japanischen Wissenschaftlern gelang es im Jahr 2015 Strom kabellos über eine Distanz von fünfzig Metern zu senden.


Via: Businessgreen

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.