Wenn es um schädliche Klimagase geht, ist in der Öffentlichkeit zumeist von Kohlenstoffdioxid oder CO2 die Rede. Rund ein Viertel der menschengemachten Erderwärmung lässt sich aber auch auf den Ausstoß von Methan zurückführen. Dass dies in der öffentlichen Diskussion eine eher geringe Rolle spielt, hängt damit zusammen, dass das Gas nicht besonders langlebig ist: Es verbleibt lediglich rund zehn Jahre in der Atmosphäre. Eine Reduktion des Ausstoßes führt also recht schnell zu einer Verbesserung der Situation. Allerdings gibt es nun ein Problem: In den letzten beiden Jahren ist der Methan-Ausstoß weltweit stark angestiegen – und zwar ohne dass die Wissenschaftler dies so richtig erklären können.


Herkömmlich gezeugte Rinder bei der Fütterung. Foto: By Franzfoto (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Herkömmlich gezeugte Rinder bei der Fütterung. Foto: By Franzfoto (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Hälfte der Methan-Emissionen stammt aus der Landwirtschaft

Denn eigentlich war man davon ausgegangen, dass sich der Methan-Ausstoß auf einem hohen Niveau eingependelt hat und zumindest nicht mehr stark ansteigt. Seit dem Jahr 2007 ist allerdings wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten, der 2014 und 2015 seinen bisherigen Höhepunkt erreichte. Anders als bei CO2 lassen sich die Emissionen aber nicht konkret auf ein Kraftwerk oder ein Fahrzeug zurückführen. Die Forscher rätseln daher, womit der starke Anstieg zu erklären ist. Weltweit wurden inzwischen Messstationen aufgebaut, die mit Hilfe der Isotopenanalyse auf die verschiedenen Methanquellen schließen lassen. Mittelt man die Werte dann, erhält man zumindest einen groben Überblick, wo die Emissionen entstehen. Die Experten gehen dabei davon aus, dass rund die Hälfte auf die Landwirtschaft und ein weiteres Drittel auf den Öl- und Gasabbau zurückzuführen sind.

Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern muss das Ziel sein

Letzteres ist zumindest teilweise eine gute Nachricht. Denn der Ausstieg aus fossilen Energieträgern und die Hinwendung zu Erneuerbaren Energien schlägt somit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Es sinken sowohl die CO2-, als auch die Methanemissionen. Schwieriger ist die Situation in der Landwirtschaft. Hier entsteht Methan vor allem in der Viehzucht und beim Reisanbau. Eine Ernährungsumstellung in der Bevölkerung zu erreichen, dürfte aber recht schwierig werden. Die Klimaforscher hoffen daher auf verschiedene wissenschaftliche Ansätze. So wird an Tierfutter gearbeitet, das zu weniger methanproduzierenden Rülpsern führen soll.


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