Soldaten und Polizisten müssen vor dem Gebrauch ihrer Schusswaffe oft im Bruchteil einer Sekunde schwierige Entscheidungen treffen. Die Geschichte hat dabei gezeigt, dass Menschen unterschiedlich auf solche Stresssituationen reagieren. Bei Personen, die besonders schnell den Abzug ihrer Waffe betätigten, spricht der Volksmund von einem „nervösen Finger“. Streng genommen ist dies aber nicht richtig, wie Forscher der Duke University nun nachwiesen. Denn tatsächlich lässt sich das Verhalten in solchen Situationen mit bestimmten kognitiven Fähigkeiten des Gehirns in Verbindung bringen. Die gute Nachricht dabei: Gezieltes Training kann die Entscheidungsfindung verbessern und helfen, unschuldige Opfer zu vermeiden.


Scharfschützengewehr

Aufmerksamkeitsdefizite führen zu falschen Entscheidungen

Um das Verhalten der Schützen zu untersuchen, nutzten die Forscher ein Videospiel. Darin gab es Punkte, wenn bewaffnete Kriminelle erschossen wurden. Abzüge gab es hingegen, sobald Unbeteiligte zu Schaden kamen. Anschließend wurden die insgesamt 88 Probanden einigen Tests unterzogen. Dabei wurden beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit und die Aufmerksamkeitsspanne untersucht. Aber auch verschiedene motorische oder mentale Faktoren spielten eine Rolle. Das Ergebnis: Je mehr Aufmerksamkeitsdefizite eine Person hatte, desto mehr Zivilisten hatte er in dem Videospiel erschossen. Daran anschließend durchliefen die Probanden zwei verschiedene Trainingsprogramme. Die eine Gruppe absolvierte verschiedene allgemeine kognitive Übungen, während die anderen Teilnehmer gezielt die Reaktionshemmung trainierten.


Gezieltes Training sorgt für weniger Fehlschüsse

Tatsächlich konnten die Teilnehmer der zweiten Gruppe ihr Ergebnis signifikant verbessern, als das Videospiel am letzten Tag der Studie noch einmal gespielt wurde. Wichtig dabei: Sie schossen keinesfalls weniger, sondern überlegter und gezielter. Dementsprechend sank auch die Zahl der unbeteiligten Opfer und der Score stieg. Die Kontrollgruppe hingegen konnte ihr Ergebnis nicht verbessern. „Kognitive Tests und Übungen bieten einige aufregende neue Methoden, um die Schussfähigkeit zu verbessern und so einige der schlimmsten Irrtümer, wie zivile Opfer, zu verhindern“, erklärt Adam Biggs, einer der an der Studie beteiligten Forscher.

Via: Business Standard

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.