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Komission empfiehlt den Süden Australiens als Endlagerstätte für Atommüll

Überall auf der Welt wird Atommül produziert. Die Quellen dafür sind vielfältig und reichen von Atomwaffen über die Nuklearmedizin bis hin zu den Atomkraftwerken. Die wenigsten Länder haben sich bisher aber ernsthaft um eine dauerhafte Lagerung des Mülls gekümmert. Auch die Suche hierzulande zieht sich dabei bereits seit Jahrzehnten hin und dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. In Australien hat nun allerdings eine staatliche Komission einen vorläufigen Bericht veröffentlicht, der die Lagerung des Atommülls im wenig besiedelten Süden des Landes empfiehlt. Dabei betonen die Experten vor allem die wirtschaftlichen Vorteile einer solchen Einrichtung: Sie rechnen mit Einnahmen von 257 Milliarden Dollar.

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Rund dreizehn Prozent des weltweiten Atommülls könnte in Australien gelagert werden

Denn Australien hat selbst nie einen Atomreaktor gebaut und besitzt auch keine Kernwaffen. Die Menge an selbst produziertem Atommüll ist daher vergleichsweise gering – es ließen sich damit in etwa zwei Schwimmbecken füllen. Wird also eine Enflagerstätte gefunden und eingerichtet, könnte dort auch Atommüll aus anderen Ländern gelagert werden – gegen eine entsprechende Bezahlung natürlich. Konkret geht die Komission davon aus, dass im Süden Australiens 429.000 Tonnen an radioaktivem Abfall gelagert werden könnten. Dies entspricht derzeit immerhin rund dreizehn Prozent des weltweit vorhandenen Atommülls. Bis die Anlage allerdings tatsächlich in Betrieb geht, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Die Experten kalkulieren mit einer Bauzeit von rund 25 Jahren. Südaustralien ist dabei für die Lagerung besonders gut geeignet, weil es nur dünn besiedelt ist, dort keine Erdbebengefahr herrscht und es über eine solide geologische Struktur verfügt.

Ein erster geplanter Standort im Nordern scheiterte

Ursprünglich sollte die australische Endlagerstätte im Norden des Landes gebaut werden. Dies konnten dir dort lebenden Ureinwohner verhindern. Daraufhin hatte die Regierung eine Liste mit sechs potentiellen Standorten präsentiert – wovon immerhin drei im nun empfohlenen Süden des Landes liegen. Vielleicht findet sich aber auch noch eine ganz andere Lösung für den Müll. Die „Nuclear Fuel Cycle Royal Commission“ hatte vor einiger Zeit bereits vorgeschlagen, den Atommüll in speziellen Kraftwerken als Brennstoff zu nutzen.

Via: The Guardian

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