Kompressionszündung: Mazda präsentiert einen Benzin-Motor mit den Vorteilen eines Diesels

Diesel-Motoren genießen aktuell nicht den besten Ruf. In zahlreichen Städten droht den damit ausgerüsteten Fahrzeugen sogar ein Fahrverbot. Dies liegt vor allem daran, dass die Motoren eine enorme Belastung für die Luftqualität in viel befahrenen Gegenden darstellen. Vor noch gar nicht all zu langer Zeit, wurde der Dieselantrieb aber auch noch als Zukunftstechnologie im Kampf gegen den Klimawandel vermarktet. Dies liegt vor allem daran, dass Diesel-Motoren weniger Kraftstoff verbrauchen als vergleichbare Antriebe mit Benzin. In Deutschland wird daher bis heute der Verkauf von Diesel steuerlich begünstigt. Der japanische Autohersteller Mazda hat nun einen Benzin-Motor entwickelt, der sparsamer und umweltschonender sein soll als die heute verwendeten Dieselantriebe.

Mazda setzt zukünftig auf einen innovativen Verbrennungsmotor.

Die Zündkerze sorgt für eine kontrollierte Entzündung

Die neue Motorengeneration trägt den Namen „SkyActiv-X“ und basiert auf dem Prinzip der Kompressionszündung. Das Benzin-Luft-Gemisch entzündet sich – wie bei einem Diesel – also selbstständig. Die dafür benötigte Hitze wird durch extreme Verdichtung erreicht. Bisher verhinderten allerdings zwei Probleme, dass diese Technik auch bei Benzin-Motoren zum Einsatz kam. Zum einen war die Zündung nicht bei allen erdenklichen Konstellationen möglich. Zum anderen war der Übergang von der Selbst- zur Fremdzündung nicht fließend genug. Mazda hat diese Probleme nun gelöst, indem eine Zündkerze im Brennraum für zusätzlichen Druck sorgt und so die Entzündung kontrolliert einleitet. Dieses Verfahren wird als „SPCCI“-Technologie oder „Zündungsgesteuerte Kompressionszündung“ bezeichnet.

Weniger Verbrauch bei mehr Leistung

Für die Kunden bringt der neue Otto-Motor zwei Vorteile mit sich: Zum einen wird deutlich weniger Benzin benötigt. Bei einer langsamen Fahrweise soll die Ersparnis im Vergleich zu den bisher genutzten Motoren bei bis zu dreißig Prozent liegen. Dementsprechend sinken dann auch die laufenden Kosten für die Fahrzeugnutzung. Die Leistung leidet darunter aber nicht. Im Gegenteil: Die Fahrer dürfen zehn bis dreißig Prozent mehr Drehmoment erwarten. Erstmals serienmäßig zum Einsatz kommen soll die Technologie in der neuen Generation des Mazda 3. Diese soll im Jahr 2019 auf den Markt kommen, ein Verkaufspreis ist bisher aber noch nicht bekannt. Zumindest in den nächsten Jahren müssen die Käufer auch keine Fahrverbote fürchten – langfristig wollen aber sowohl Großbritannien als auch Frankreich Verbrennungsmotoren komplett verbieten.

Via: Engadget