Kostenlose Satellitenbilder für gemeinnützige Organisationen

Aus der Luft hat man bekanntlich den besten Überblick. Dies weiß die Welt nicht zuletzt seit der Kuba-Krise 1962, als es den USA gelang die Weltöffentlichkeit mit gestochen scharfen Luftaufnahmen, von der Existenz sowjetischer Raketen auf Kuba zu überzeugen. Damals mussten dafür allerdings noch bemannte Spionageflugzeuge ausrücken. Heute ist die Technik mit unbemannten Drohnen und vor allem deutlich verbesserten Satellitenaufnahmen viel weiter. Im August stieg deswegen auch der Internet-Gigant Google in das Geschäft mit Satellitenbildern ein und übernahm das Start-Up Skybox. Ein erstes Ergebnis dieser Partnerschaft ist nun, dass ausgewählten Nichtregierungsorganisationen kostenlose Satellitenbilder zur Verfügung gestellt werden.

Dies kann die Arbeit der Organisationen in zweifacher Hinsicht erleichtern. Erstens vereinfacht dies teilweise die Erklärung der eigenen Tätigkeit. Brandrodungen des Urwalds beispielsweise sehen schon auf von der Erde aus geschossenen Fotos nicht besonders schön aus. Erst auf Luftbildaufnahmen wird aber wirklich klar, welche klaffende Wunde dabei der Natur zugefügt wird. Solche Bilder können also die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erhöhen und die Arbeit der dagegen ankämpfenden Organisationen bekannter machen.

Satellitenbilder dienen der Überwachung und Kontrolle

Die Bilder dienen aber nicht ausschließlich zu Marketing-Zwecken. Vielmehr können sie von den Gruppierungen auch für ihre tägliche Arbeit eingesetzt werden. Satellitenbilder verschaffen beispielsweise einen guten Überblick über die Ausbreitung von Tagebauanlagen und Bergwerken. Anstatt also selbst mit dem GPS-Gerät losziehen zu müssen, um illegale Abbaugruben nachzuweisen, können die entsprechenden Gruppierungen zukünftig auf Bilder aus der Luft zurückgreifen. So bekommt die Gruppe „Appalachian Voices“ in West Virginia zukünftig regelmäßig neue Bilder, um sicherzustellen, dass der dort stattfindende Tagebau nicht illegal die umliegenden Wälder niederwalzt.

Aber auch Abseits des Umweltschutzes gibt es konkrete Anwendungsmöglichkeiten. So werden schon seit längerem die Flüchtlingsströme und die Ansiedlungen der Binnenflüchtlinge im Südsudan aus der Luft überwacht und analysiert. So lässt sich die Hilfe vor Ort nicht nur besser planen und koordinieren, sondern es können auch grundlegende Erkenntnisse gewonnen werden. Daraus wiederum lassen sich dann Techniken zur Bewältigung zukünftiger Flüchtlingskatastrophen entwickeln – so zumindest die Hoffnung der Harvard-Forscher, die mit Skybox kooperieren.

Die Satellitenbilder des Programms sind kostenlos einsehbar

Zu Beginn arbeiten Google und Skybox bei ihrem „Skybox for Good“ genannten Programm mit einer begrenzten Anzahl an ausgewählten Organisationen zusammen. Zukünftig soll deren Zahl aber nach und nach erhöht werden. Schon heute kann sich allerdings jeder, die zur Verfügung gestellten Bilder auch online anschauen. Diese werden unter einer „Creative Commons“-Lizenz veröffentlich und können von jedermann heruntergeladen werden. Dabei ergeben sich bereits jetzt jede Menge interessante Einblicke. In Zukunft dürfte die Zahl der auf diese Weise zur Verfügung gestellten Satellitenbilder zudem drastisch zunehmen.

Quelle: Skypbox