Dass es Probleme in der Produktion bei Tesla gibt, ist längst kein Geheimnis mehr. Um dies festzustellen, reicht ein einfacher Blick auf die Zahlen: Im dritten Quartal wurden statt der versprochenen 1.500 Fahrzeuge des Model 3 lediglich 260 ausgeliefert. Inzwischen ist auch bekannt, weshalb die Produktion so den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt: Die moderne Fertigungsanlage in der Fabrik in Fremont funktioniert noch nicht.


Ein nicht unerheblicher Teil des Fertigungsprozesses musste daher von den Mitarbeitern noch per Hand ausgeführt werden. Eine Vorgehensweise, die nicht nur unüblich, sondern auch extrem zeitintensiv ist. Wie die „Financial Times“ berichtet, haben auch die Tesla-Händler unter den Schwierigkeiten des Konzerns zu leiden.

Wird immer noch mit ungewöhnlich viel Handarbeit produziert: Der neue Tesla Model 3. Foto: Elon Musk

Beim Model X kam es schon zu falsch eingebauten Rücksitzen

Denn diese erhalten teilweise noch nicht vollständig montierte Fahrzeuge und bekommen anschließend die noch einzubauenden Teile in einer separaten Lieferung zugestellt. Dem Artikel zufolge kann es sich dabei etwa um Sitze, Displays oder Rücklichter handeln. Unklar ist allerdings, wie Tesla sicherstellen will, dass der Einbau bei den Händlern korrekt abläuft. Ein Verdacht drängt sich in jedem Fall auf: Im Oktober musste der E-Auto-Pionier 11.000 Fahrzeuge des hochpreisigen Model X zurückrufen. Der Grund: Fehlerhaft eingebaute Sitze. Bei einem Unfall konnte es daher passieren, dass die Rückbank nach vorne rutscht – und dort zur Gefahr wird. Der Rückruf dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben, dass Tesla kürzlich einen Rekordverlust vermelden musste.

Die vorhandenen Roboter müssen noch per Hand bedient werden

Schlimmer noch für Tesla: Auch weiterhin scheint die Produktion in Fremont nicht wirklich automatisiert abzulaufen. Die „Financial Times“ zitiert in diesem Zusammenhang einen anonymen Experten, der bestätigt, dass in keinen anderen Autowerk noch so viel Arbeit per Hand erledigt werden muss. So hat der Konzern zwar eigens Roboter der deutschen Firma Kuka gekauft und installiert. Diese müssen aber noch immer von den Mitarbeitern bedient werden. Immerhin konnte sich Tesla-Boss Elon Musk inzwischen mit den Mitarbeitern der Firma Grohmann Engineering einigen. Das deutsche Unternehmen hatte Tesla gekauft, um die Fertigung weiter zu automatisieren – dann aber viele Ressourcen in einem Streit über Gehälter und Zuständigkeiten verloren. Auch in den USA gab es Ärger mit den Mitarbeitern: Tesla feuerte hunderte Angestellte – angeblich aus Leistungsgründen.


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