Die kubanischen Behörden waren bisher vor allem dafür bekannt, den Zugang zum Internet möglichst kompliziert zu gestalten. Bis 2007 durften Kubaner Computer sogar nur mit einer besonderen Genehmigung besitzen. Bis heute sind private Wlan-Netze verboten und dürfen nur mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben werden. Dennoch haben viele Kubaner regelmäßig Zugang zum Internet. Dabei bewegen sie sich aber oftmals am Rande der Legalität – etwa wenn sie illegal auf eines der vorhandenen Netze zurückgreifen – oder müssen auf verhältnismäßig teure Satellitenverbindungen zurückgreifen. In einer ersten Testphase will die kubanische Regierung nun aber die Einrichtung eines öffentlichen Wlan-Netzes testen.


WLAN Hotspots auf dem Vormarsch
Öffentliche WLAN Hotspots auf dem Vormarsch

Eine Stunde für knapp fünf Dollar

Wie die kubanische Journalistengewerkschaft auf ihrer Webseite berichtet, wurde Kubas zweitgrößte Stadt, Santiago de Cuba, für diesen Feldversuch ausgewählt. Die Bewohner sollen mit ihren privaten Smartphones, Tablets oder Netbooks auf das Netz zugreifen können. Allerdings keineswegs kostenlos. Vielmehr soll eine Stunde Internetzugang umgerechnet rund 4.50 Dollar kosten – was in etwa dem Preis entspricht, der bisher an den öffentlichen Zugangspunkten für die Nutzung gezahlt werden musste. Bedenkt man, dass der Durchschnittslohn eines Kubaners rund 20 Dollar beträgt, dürfte die Preisschwelle relativ hoch liegen.

Die Geschwindigkeit soll dabei bis zu einem Megabyte pro Sekunde betragen. Was sich in westlichen Ohren eher langsam anhört, ist in Wahrheit schon eine ziemliche Verbesserung. Noch vor wenigen Jahren benötigte die kubanische Regierung quasi keinerlei Internetzensur, weil sich die Seiten der internationalen Nachrichtenseiten mit der vorhandenen Geschwindigkeit ohnehin nicht aufrufen ließen. Ein Unterseekabel nach Venezuela sorgte dann für eine kleine Verbesserung.


Bisher keine weiteren Ankündigungen

In einen politischen Kontext wurde die jetzt verkündete Wlan-Testphase allerdings noch nicht gesetzt. Daher bleibt unklar, ob es sich dabei um eine einzelne Initiative oder um den Beginn eines weitergehenden Ausbaus handelt. Nach der angekündigten Lockerung des US-Embargos durch US-Präsident Barack Obama, wäre – rein technisch betrachtet – der Zeitpunkt zum Aufbau einer zeitgemäßen Infrastruktur günstig.

Quelle: rt.com

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