Jedes Jahr werden etwa 15 Millionen Babys zu früh geborenen. In vielen Fällen ist das kein großes Problem, aber je früher die Geburt, desto wahrscheinlicher werden schwere Komplikationen, die auch lebensbedrohlich sein können. Kinder, die statt wie normalerweise in der 40. in der 24. und 25. Schwangerschaftswoche geboren werden, liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit zwischen 70 und 85 Prozent. Jede weitere Woche Schwangerschaft erhöht die Wahrscheinlichkeit. Bei Kindern, die in der 28. und 29. Woche geboren werden, liegt sie bereits bei mehr als 90 Prozent. Frühgeburten haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit von Komplikationen, die sie in ihrer weiteren Entwicklung stören werden. Forscher des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) haben eine künstliche Gebärmutter entwickelt, die den Frühgeborenen eine höhere Chance auf Überleben und eine normale Entwicklung geben soll.


Frühgeborene kämpfen mit Entwicklungsproblemen

Werden die Kinder früher als in der 23. Schwangerschaftswoche geboren, haben sie extrem schlechte Überlebenschancen und eine hohe Wahrscheinlichkeiten an Folgeschäden, mit denen sie ihr Leben lang zu kämpfen haben werden. „These infants have an urgent need for a bridge between the mother’s womb and the outside world. If we can develop an extra-uterine system to support growth and organ maturation for only a few weeks, we can dramatically improve outcomes for extremely premature babies“, so Alan Flake, der das Projekt am CHOP leitet.


Die künstliche Gebärmutter, die die Forscher entwickelt haben, ist für Frühgeborene zwischen der 23. und 28. Schwangerschaftswoche gedacht. Diese Babys haben die Grenze bereits überschritten, ab der eine normale Entwicklung mit hoher Wahrscheinlichkeit ermöglicht werden kann. Die künstliche Gebärmutter soll diese Chancen noch erhöhen.

Künstliche Gebärmutter übernimmt Aufgaben des Körpers der Mutter

Die künstliche Gebärmutter umschließt das Frühgeborene in einer Art Plastiktüte, die mit künstlichem Fruchtwasser gefüllt ist. So wird den Lungen der Babys Gelegenheit zur weiteren Entwicklung gegeben. Für die Sauerstoffversorgung ist im Körper der Mutter das Herz des Babys zuständig, das das Blut durch die Plazenta pumpt, wo dieses mit Sauerstoff angereichert wird. Diese Aufgabe übernimmt bei der künstlichen Gebärmutter ein kleines Gerät außerhalb der Plastikumhüllung.

„Fetal lungs are designed to function in fluid, and we simulate that environment here, allowing the lungs and other organs to develop, while supplying nutrients and growth factors“, so Marcus Davey, der an dem Projekt beteiligt ist.

Erfolgreiche Tests im Tiermodell

Die Forscher testeten das System mit acht zu früh geborenen Lämmern, die von der Entwicklung her menschlichen Frühgeborenen entsprachen, die in der 23. und 24. Woche geboren wurden. Die Lämmer verbrachten insgesamt 28 Tage in der künstlichen Gebärmutter und zeigten danach normales Wachstum, normale Hirnfunktionen und eine normale Organentwicklung.

„This system is potentially far superior to what hospitals can currently do for a 23-week-old baby born at the cusp of viability. This could establish a new standard of care for this subset of extremely premature infants“, so Flake.

Bevor das System im klinischen Alltag eingesetzt werden kann, wird laut dem Team noch etwa ein Jahrzehnt vergehen. Die Forscher möchten ihre künstliche Gebärmutter weiter entwickeln, bevor sie sich an klinische Studien mit menschlichen Probanden wagen.

via New Atlas

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