Bei einer Pulmonalen Hypertonie steigt der Blutdruck im Lungenkreislauf an, was letztlich zu einer Herzinsuffizienz führt. Die Prognose für die Patienten mit dieser Form der Herzerkrankung ist oftmals nicht besonders erfreulich: Etwa ein Drittel der Patienten stirbt innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Erstdiagnose. Eine gezielte und intensive Behandlung von besonders gefährdeten Patienten kann die Lebensdauer aber signifikant erhöhen. Bisher fällt es menschlichen Ärzten allerdings schwer, die Vielzahl der während der Diagnose und Behandlung gewonnenen Daten akkurat zu interpretieren. Fachärzte liegen bei der Pulmonalen Hypertonie in etwa bei sechzig Prozent der Fälle mit der Prognose des Todeszeitpunkts richtig. Eine künstliche Intelligenz soll nun hingegen einen Wert von mehr als achtzig Prozent erreichen können.


Aus 30.000 Datenpunkten wird eine exakte 3D-Simulation

Dies legt zumindest eine Studie des London Institute of Medical Services nahe. Die künstliche Intelligenz wurde dabei mit den Daten von Bluttests, den Bildern von MRT-Scans des Herzens und Angaben über die allgemeine gesundheitliche Verfassung von exakt 256 Patienten gefüttert. Insgesamt kamen so über 30.000 Datenpunkte zusammen, aus denen die künstliche Intelligenz dann jeweils eine individuelle 3D-Simulation des Herzens berechnete. Mithilfe des künstlichen 3D-Herzens konnte die Software dann die Kontraktion bei einzelnen Herzschlägen nachvollziehen und Normabweichungen vergleichsweise schnell identifizieren. Mit einer Genauigkeit von achtzig Prozent prognostizierte die intelligente Software anschließend, ob ein Patient in einem Jahr noch am Leben ist.


Ethische Fragen müssen noch diskutiert werden

Für die menschlichen Ärzte bringt die Analyse des Computers dabei den Vorteil mit sich, dass sie besonders gefährdete Patienten identifizieren können. Diese können dann frühzeitig eine intensivmedizinische Behandlung erhalten – und so ihre Lebenserwartung etwas verlängern. Je akkurater die Prognosen der künstlichen Intelligenz allerdings werden, desto stärker drängen auch ethische Fragen in den Vordergrund. Denn Krankenkassen und Versicherungen dürften ein erhebliches Interesse an den Prognosen der künstlichen Intelligenz haben – vor allem, falls sich die Prognosefähigkeit zukünftig auch auf weitere Krankheiten übertragen lässt. Es dürfte Sache des Gesetzgebers werden, diesem Datenhunger einen Riegel vorzuschieben.

Via: Newatlas

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