Kursaufschwung: Tesla ist jetzt wertvoller als der Ford-Konzern

An der New Yorker Börse hat sich gestern eine bemerkenswerte Kursentwicklung vollzogen. Denn die Tesla-Aktien gewannen leicht an Wert und sorgten so dafür, dass das Unternehmen nun mit 45,47 Milliarden Dollar bewertet wird. Damit ist Tesla erstmals wertvoller als der Ford-Konzern, dessen Börsenwert sich auf 45,35 Milliarden Dollar beläuft. Auf den ersten Blick macht diese Kursentwicklung allerdings keinen Sinn. Denn Ford verkauft weltweit jährlich mehr als sechs Millionen Fahrzeuge und konnte im vergangenen Jahr einen Gewinn von mehr als vier Milliarden Dollar verbuchen. Tesla hingegen konnte 2016 lediglich 76.230 Fahrzeuge ausliefern und nur in einem Quartal einen Gewinn einfahren. Dieser war zudem hauptsächlich durch den Verkauf von Emissionszertifikaten zustande gekommen.

Auch Ford investiert Milliarden in neue Modelle mit Elektroantrieb

Trotzdem konnte die Tesla-Aktie in den letzten zwei Jahren um 41 Prozent zulegen, während der Wert von Ford um 29 Prozent sank. Zu erklären ist diese Entwicklung durch die Tatsache, dass an der Börse immer auch die Erwartungshaltung über die zukünftige wirtschaftliche Situation eine Rolle spielt. Hier scheinen die Aktionäre einem Hersteller von Elektroautos eher Potential zu bescheinigen als einem Konzern, der noch immer vorwiegend auf den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor setzt. Allerdings investiert auch Ford Milliarden in den Bereich der Elektromotoren und will bis zum Jahr 2020 13 verschiedene Modelle mit Elektro- oder Hybridantrieb auf den Markt bringen.

Tesla will langfristig auch den Strom für die Elektroautos produzieren

Hinzu kommt allerdings eine weitere Komponente. Denn Tesla verfolgt einen deutlich breiteren strategischen Ansatz. So hat das Unternehmen unter anderem den Spezialisten für die Erzeugung von Sonnenenergie Solar City aufgekauft und produziert selber Speicherlösungen für Erneuerbare Energien. Bisher spielt dieser Bereich zwar noch eher eine Nebenrolle – rund neunzig Prozent der Umsätze werden durch verkaufte Fahrzeuge generiert – langfristig könnte dadurch aber ein enormer Vorteil entstehen. Denn Tesla ist in der Lage nicht nur Elektroautos zu verkaufen, sondern auch noch den dafür benötigten Strom selber zu produzieren und zu speichern. Vergleichbar wäre dies mit einem konventionellen Autokonzern, der auch Ölfelder und Raffinerien besitzt. Ob sich Teslas Ansatz tatsächlich als erfolgreich erweist oder ob sich das Unternehmen in seinen zahlreichen Aktivitäten verzettelt, bleibt abzuwarten. Die Börsianer jedenfalls scheinen an einen Erfolg zu glauben.

Via: Electrek