Ladestationen für E-Autos: Kann die Deutsche Telekom für ein flächendeckendes Netz sorgen?

Unter Experten gilt als unumstritten: Wer mehr Elektroautos auf die Straßen bringen möchte, muss zuvor massiv in die entsprechende Infrastruktur investieren. Nur wenn die Leute sicher sein können, auch unterwegs immer ohne größere Umstände einen Ladepunkt zu finden, sind sie bereit, Geld in emissionsfreie Autos zu investieren. In Deutschland geht der Ausbau allerdings vergleichsweise schleppend voran.

Zwar haben einige Bundesländer und Städte entsprechende Investitionen angekündigt und auch die Autohersteller arbeiten an einem europaweiten Netz. Doch bis zu einer flächendeckenden Versorgung ist es noch ein weiter Weg. Helfen könnte nun ein Unternehmen, mit dem man beim Thema Elektroauto eher nicht rechnen würde: Die Deutsche Telekom.

12.000 Standorte wurden als theoretisch geeignet identifiziert

Denn der Konzern verfügt über einen großen Vorteil: Ein landesweites Netz an Kabelverzweigern. Dabei handelt es sich um die kleinen grauen Kästen, die immer mal wieder am Straßenrand zu finden sind. In ganz Deutschland gibt es rund 380.000 davon. Diese besitzen jeweils eine Stromversorgung, eine digitale Messstelle und eine Batteriepufferung. Damit ist klar: Es fehlt nur noch ein Ladestöpsel, damit zukünftig Elektroautos an den Kästen geladen werden können. Tatsächlich hat die Deutsche Telekom bereits einen Prototypen entwickelt und rund 12.000 Standorte identifiziert, an denen eine Umrüstung am meisten Sinn machen würde. Noch in diesem Jahr soll ein erster Kabelverzweiger probeweise umgerüstet und der Ansatz in der Realität getestet werden.

Pinzon Bademantel aus Baumwollfrottee, S/M, Platin
Preis: 29,99€
Zuletzt aktualisiert am 18.11.2017

Der Bund und die Kommunen müssen ebenfalls einen Beitrag leisten

Insgesamt ist die Deutsche Telekom bereit, einen nicht unerheblichen Millionenbetrag in das Projekt zu investieren. Ganz alleine sollen die Kosten allerdings nicht geschultert werden: Voraussetzung für eine flächendeckende Umrüstung sind entsprechende Fördergelder der Bundesregierung. Außerdem müssen die Kommunen ihren Teil beitragen – etwa indem vor den Kästen auch der benötigte Parkraum geschaffen wird. Bisher will sich die Deutsche Telekom daher noch nicht endgültig festlegen, ob die Kabelverzweiger zukünftig tatsächlich zum Laden von Elektroautos genutzt werden dürfen. Ein Sprecher bestätigte allerdings zumindest konkrete Überlegungen. Eigentlich ist die Telekom aber für den Ausbau einer anderen bedeutenden Infrastruktur in Deutschland zuständig: Die Breitbandversorgung mit Internet vor allem in ländlichen Regionen.

Via: Automobilwoche