Die chinesische Regierung hat ambitionierte Pläne zur Erforschung des Weltraums. So plant das Reich der Mitte eine eigene Weltraumstation und möchte die Rückseite des Mondes erforschen. Wie so oft lassen sich solche kühnen Visionen allerdings nur in die Tat umsetzen, wenn auch die entsprechende Technologie verfügbar ist. Die chinesischen Weltraumingenieure konnten nun einen ersten wichtigen Erfolg vermelden: Die Transportrakete Langer Marsch 5 ist erstmals erfolgreich ins All gestartet. Die neue insgesamt 57 Meter große Rakete gilt dabei als Voraussetzung für den Bau einer eigenen Raumstation. Schon im nächsten Jahr soll eine Langer Marsch 5 dabei das Kernmodul „Tianhe 1“ in den Weltraum befördern. Diese wird dann nach und nach um weitere Module ergänzt.


Bild: Radio China International
Bild: Radio China International

Robotermissionen zum Mars sind jetzt möglich

In Sachen Transportraketen befindet sich China nun in einer Liga mit der US-Weltraumbehörde NASA. Denn Experten gehen davon aus, dass die Raketen des Typs Langer Marsch 5 ähnlich leistungsfähig sind wie die von der NASA genutzten Transportraketen namens Delta IV Heavy. Beide können jeweils eine Fracht von rund 25 Tonnen ins All bringen. Auf ihrem ersten erfolgreichen Flug brachte die Langer Marsch 5 nun einen wissenschaftlichen Satelliten und eine mehrfach zündbare Raketenoberstufe ins Weltall. Die Transportrakete soll zukünftig aber nicht nur für den Aufbau der chinesischen Raumstation sorgen, sondern spielt auch bei geplanten Robotermissionen zum Mars eine wichtige Rolle.

Rund 100.000 Zuschauer verfolgten den Start der Rakete vor Ort

Die Einsatzmöglichkeiten der neu entwickelten Rakete gehen aber noch darüber hinaus. So ist die chinesische Regierung nun in der Lage, alle bisher bekannten wissenschaftlichen und militärischen Satelliten selbstständig in den Weltraum zu befördern. Die chinesische Bevölkerung scheint die Pläne ihrer Regierung zumindest zu unterstützen. Immerhin versammelten sich rund 100.000 Zuschauer am Weltraumbahnhof Wenchang, um sich den Start der neuen Transportrakete anzuschauen. Wer reich genug ist, soll zukünftig zudem auch selbst die Chance auf einen Besuch im Weltraum haben. Ein chinesisches Unternehmen hat jedenfalls angekündigt, dafür den größten Raumgleiter der Welt zu entwickeln. Dieser soll eine Höhe von 120 Kilometern erreichen und bis zu zwanzig Passagieren Platz bieten.


Via: New Scientist

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