Der Mars ist das nächste große Ziel der bemannten Raumfahrt. Jedoch machen die meisten Pläne für die erste Kolonialisierung des roten Planeten nicht wirklich Lust darauf, an einer solchen Mission teilzunehmen. Ein Team des MIT jedoch hat Pläne für eine Siedlung auf dem Mars entworfen, die mit großen Freiräumen, Pflanzen und fließendem Wasser Rücksicht darauf nehmen, dass Menschen, die längere Zeit auf engem Raum zusammenleben, noch mehr Bedürfnisse haben als nur Platz zum Schlafen.


Bild: MIT

Widrige Lebensbedingungen auf dem Mars

Die Lebensqualität der Bewohner ist nicht unbedingt das erste, was bei der Planung einer Siedlung auf dem Mars auf der Liste steht. Nachts sinken die Temperaturen auf dem Mars drastisch unter den Gefrierpunkt, der Druck in der Atmosphäre des Planeten entspricht einem Bruchteil des atmosphärischen Druck auf der Erde und die Atmosphäre selber besteht zu großen Teilen aus CO2. Ganz zu schweigen von der tödlichen UV-Strahlung, die tagsüber auf die Oberfläche des Planeten prallt und der kosmischen Strahlung, der der Planet 24 Stunden am Tag ausgesetzt ist. Die erste Priorität bei der Entwicklungen von Behausungen für den Einsatz auf dem Mars ist es also, die Bewohner vor den gefährlichen Umwelteinflüssen auf dem Mars zu schützen.

Die Forscher des MIT zeigen mit ihren Entwürfen, dass Sicherheit und Lebensqualität sich auch auf dem Mars nicht zu 100 Prozent ausschließen. Mit seinem Projekt gewann das Team den Architekturpreis des Wettbewerbs Mars City Design 2017. Das Konzept lehnt an den Aufbau eines Baumes an und heißt dazu passend „Redwood Forest Concept“.


Ein Wald als Vorbild

Entworfen wurde das Konzept von neun MIT-Studenten unter der Leitung von Postdoktorandin Valentina Sumini und Juniorprofessorin Caitlin Mueller. Das Team hatte es sich zum Ziel gemacht, von dem stereotypischen „Konservendosendesign“ solcher Siedlungen im All abzuweichen. Dazu wählten die jungen Forscher eine interdisziplinäre Herangehensweise an die Problematik. Die Behausungen sollen Platz für 10.000 Bewohner bieten und diese mit so viel Komfort wie möglich versorgen.

Die kleine Stadt auf dem Mars soll aus runden Behausungen aus Glas bestehen, die jeweils Platz für 50 Personen bieten. Wie auch bei Bäumen ist ein Großteil der Gebäude unter der Oberfläche des Planeten. Die Gebäude werden untereinander mit unterirdischen Gängen verbunden.

„On Mars, our city will physically and functionally mimic a forest, using local Martian resources such as ice and water, regolith or soil, and sun to support life. Designing a forest also symbolizes the potential for outward growth as nature spreads across the Martian landscape. Each tree habitat incorporates a branching structural system and an inflated membrane enclosure, anchored by tunneling roots. The design of a habitat can be generated using a computational form-finding and structural optimization workflow developed by the team. The design workflow is parametric, which means that each habitat is unique and contributes to a diverse forest of urban spaces“, so Sumini.

Bild: MIT

Ohne Wasser geht nichts

Wasser wird die wichtigste Ressource der Stadt auf dem Mars sein. Mit Hilfe von Solarenergie soll das Wasser gewonnen und durch das baumartige Design der Gebäude transportiert werden. So sind beispielsweise in der Außenhaut der Gebäude Zellen untergebracht, die mit Wasser gefüllt werden und so Schutz vor kosmischer Strahlung. Auch das Hitzemanagement der Gebäude wird über Wasser geregelt, ganz zu schweigen von der Nahrungsproduktion. Mit Hilfe von elektrischer Energie kann aus dem Wasser Raketentreibstoff, Sauerstoff und Wasserstoff gewonnen werden.

Das Team geht davon aus, dass die entwickelten Behausungen auch für den Einsatz auf der Erde von Interesse sein könnten. Sie könnten beispielsweise in großer Höhe, in der Wüste oder auf dem Meeresboden eingesetzt werden.

via MIT

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