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Lebensmittel: Schadstoffbelastung mit Arsen und Mineralöl birgt Krebsgefahr

Immer mehr Menschen achten auf eine bewusstere, gesunde Ernährung. Fertige Lebensmittel und Fastfood sind längst nicht mehr so in, wie es einmal der Fall war. Das muss der Fast-Food-Gigant McDonalds sogar in seinem Heimatland USA feststellen. Doch auch wer auf gesunde Lebensmittel achtet ist nicht vor Schadstoffbelastungen geschützt. Dies wurde in jüngerer Vergangenheit gleich an zwei Beispielen deutlich.

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Arsen in Lebensmitteln gefährdet vor allem Kleinkinder

Bereits im letzten Jahr warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor zu hohen Arsenwerten in Reis und Reiswaffeln. Das Schwermetall Arsen kann in zu hohen Dosen zu Vergiftungserscheinungen führen und sich negativ auf den Stoffwechsel und Organe auswirken. Es gilt außerdem als krebserregend. Bereits 0,3 – 8 Mikrogramm Arsen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag erhöhen das Risiko für Lungen-, Haut- und Blasenkrebs um ein Prozent.

Arsen kommt in der Natur im Boden sowie in Gestein vor und kann über den Boden und das Grundwasser von Pflanzen aufgenommen werden. So gelangt das Schwermetall in die Nahrungskette. Laut einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) enthalten in Europa vor allem Milch und Milchprodukte, Kindernahrung und Getreidebreie zu viel Arsen. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Kleinkinder pro Tag zwischen 0,61 und 2,09 Mikrogramm Arsen pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Diese Dosis gilt bereits als krebserregend. Auch andere Bevölkerungsgruppen nehmen grenzwertige Arsen-Dosen zu sich.

Als Gegenmaßnahme reicht es nicht aus, den Menschen schlicht zu empfehlen, weniger Milch, Getreide und Reis zu sich zu nehmen. Da die Belastung vor allem bei Grundnahrungsmitteln auftritt, würde solch eine Empfehlung nur wenig Effekt haben. Stattdessen muss der Arsengehalt der Nahrungsmittel gesenkt werden. Die betroffenen Lebensmittelgruppen müssen strenger kontrolliert und reguliert werden.

Verunreinigtes Olivenöl

Neben der Arsenbelastung wurde vergangenen Donnerstag eine weitere Schadstoffbelastung bei Lebensmitteln bekannt. Laut Stiftung Warentest wurden in sechs Olivenölen potenziell krebserregenden aromatischen Mineralölen (MOAH) gefunden. Diese Öle stellen ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit dar. Für die Verunreinigung mit aromatischen Mineralöle gibt es aktuell noch keine sicheren Grenzwerte, die Vereinigung Foodwatch fordert daher Handeln seitens des Gesetzgebers. Für diese Öle müsse eine absolute Nulltoleranz gelten. Betroffen sind die folgenden Öle:

  • Alnatura Italienisches Oliven Öl nativ extra D.O.P. Dauno Gargano g. U. (Bio)
  • Gaea Region Kalamata Peleponnes Natives Olivenöl extra
  • Herdade Paço do Conde Portugal Natives Olivenöl extra („hoch belastet”)
  • L’Estornell Arbequina-Picual Natives Olivenöl extra („hoch belastet”, verkauft u.a. via Amazon)
  • Livio Natives Olivenöl extra 100% griechische Koroneiki-Oliven („hoch belastet”)
  • Mani Bläuel Kalamata g. U. Olivenöl nativ extra (Bio, „hoch belastet”)

Stiftung Warentest testete insgesamt 26 Olivenöle und fand in jedem davon Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölen (MOSH), die sich im Körper anreichern und die inneren Organe schädigen können.

Hohe Schadstoffbelastung zeigt Handlungsbedarf

Die Belastungen verschiedener Lebensmittel mit Arsen und MOAH zeigt, dass Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers gegeben ist. Vor allem muss gewährleistet werden, dass Kleinkinder über ihre Nahrung nicht zu hohe Dosen an Arsen aufnehmen. Am Effizientesten ließe sich dies über die Gesetzgebung der Europäischen Union lösen, da so europaweit sichere Grenzwerte festgelegt und an deren Einhaltung gearbeitet werden könnte. Sollte dies allerdings nicht geschehen, dann könnten über deutsche Gesetze wenigstens hierzulande gegen die Belastungen vorgegangen werden.

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