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Licht am Abfallhorizont: Dieses Bakterium zersetzt Plastik!

Wenn unsere Umweltverschmutzung auf gleichem Level fortschreitet, erwarten Forscher im Jahr 2050 zum ersten Mal mehr Plastik als Fische in den Meeren dieser Welt. Damit es nicht so weit kommt, tut Abhilfe not: Ein neu entdecktes PET-fressendes Bakterium könnte dabei helfen, die Katastrophe zu verhindern.

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Plastikmüll in der Umwelt sieht nicht nur übel aus, er gefährdet auch die Gesundheit von Tieren, Pflanzen und Menschen

PET-fressende Bakterien könnten große Umweltschäden vermeiden

Das Fachmagazin Science berichtete jüngst über eine aufsehenserregende Entdeckung: Japanische Forscher vom Kyoto Institute of Technology entdeckten in Proben aus einer PET-Recycling-Anlage Bakterien, die den häufig genutzten Kunststoff tatsächlich zersetzen können. Bislang sind nur einige Pilze bekannt, die über diese Fähigkeit verfügen, doch in den meisten Fällen wird das Polyethylenterephthalat im Laufe der Jahrzehnte immer kleiner zerrieben und zerteilt sich so in den Meeren, im Boden und sogar in lebendigen Organismen. 450 Jahre benötigt eine Plastikflasche auf diese Weise, um sich endlich vollständig zu zersetzen. Bis dahin ist längst großer Schaden entstanden.

Endprodukte: Terephthalsäure und Glykol

Das frisch entdeckte Bakterium mit dem Namen Ideonella sakaiensis 201-F6 besitzt zwei Enzyme, die das PET in seine Bestandteile zerlegen. Heraus kommen Terephthalsäure und Glykol, die als nicht umweltschädlich gelten. Könnte man die Terephthalsäure nach dem Abbauprozess isolieren, wäre eine neuerliche Verwendung zur Herstellung von Polymeren ohne Erdölanteil denkbar. Einen dünnen Film aus PET zersetzen die plastikfressenden Organismen bei 30 Grad Celsius innerhalb von 60 Wochen – also nicht allzu schnell. Dabei haften sie sich auch direkt am Kunststoff an und verbinden sich über winzige Anhänge miteinander.

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Saubere Gewässer durch Bakterieneinsatz?

Einsatz in der Gewässer- und Flächensanierung möglich

Denkbar ist ein Einsatz bei der Gewässer- und Flächensanierung aber auch in Recyclinganlagen für erdölbasierte Materialien. Die Aufgabe ist gigantisch groß: 56 Millionen Tonnen PET wurden 2013 produziert – von insgesamt 300 Millionen Tonnen Plastik. Eine sehr spannende Frage bleibt offen: Da die zum PET-Abbau verwendeten Enzyme wenig Ähnlichkeit mit bislang bekannten Enzymen besitzen und ihre Bildung sich bei Kontakt mit Plastik hochreguliert, wäre es durchaus vorstellbar, dass sie sich erst mit dem Aufkommen der Kunststoffe gebildet haben. Ob die Wissenschaftler noch Beweise für eine solche schnelle, zielgerichtete Evolution finden werden?.

Quelle: sciencemag.org

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