Etwa zwei Drittel der Landmasse unseres Planeten sind nur schwer zu erreichen, da es an Zugang durch befestigte Straßen mangelt. Der Transport von Gütern in diese Gebiete ist dementsprechend oft nur aus der Luft möglich und entsprechend aufwändig und teuer. Der Rüstungskonzern Lockheed Martin möchte auf ein altes Konzept zurückgreifen, um den Transport von Waren in diese Gebiete günstiger zu gestalten: Das 40 Millionen US-Dollar teure Luftschiff LMH-1 soll ab 2018 weltweit Lieferungen aus der Luft verteilen.


Foto: Lockheed Martin
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LMH-1 kann 20 Tonnen Nutzlast an abgelegene Orte bringen

Bei LMH-1 handelt es sich um ein Hybrid-Luftschiff, also eine Art Mischung aus Luftschiff, Flugzeug und Helikopter. Drei mit Helium gefüllte Zellen mit tragflächenförmigen Querschnitt sorgen gleich auf zwei Arten für Auftrieb: Zum einen durch den Auftrieb des Gases, und zum anderen durch das tragflächenartige Profil. Das Luftschiff von Lockheed Martin kann so bis zu 20 Tonnen Nutzlast und 19 Passagiere befördern.

Für den Vortrieb sorgen vier je 300 PS starke Dieselmotoren. Die schwenkbaren Propeller beschleunigen LMH-1 auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 110 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit beträgt die Reichweite des Luftschiffs ungefähr 2.200 km. Wer viel langsamer fliegt, der erhöht die Reichweite erheblich. Theoretisch ließe sich sogar der komplette Planet ohne Zwischenstopp umrunden, betont Bob Boyd, Lockheed Manager für Hybridflugsysteme. Man ist dann allerdings auch entsprechend lange unterwegs.


Foto: Lockheed Martin
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Landung auch auf Wasser

Das gigantische Luftschiff kann nicht nur auf Flugplätzen landen, sondern dank Füßen mit Luftkissen auch auf ausreichend großen Seen. Interessant soll das Luftschiff vor allem für Gas-, Öl- und Bergbauunternehmen sein, die so auch äußerst entlegene Gebiete mit Nachschub versorgen können.

Die Außenhaut des Luftschiffes ist dank Lockheed Martins Expertise in der Rüstungsindustrie ausgesprochen widerstandsfähig. Sogar Einschusslöcher sollen LMH-1 nichts anhaben können.

Nicht nur Lockheed Martin arbeitet an Hybrid-Luftschiffen. Ein Konkurrenzprodukt ist beispielsweise der Airlander 10, das Luftschiff des britischen Unternehmens Hybrid Air Vehicles (HAV).

LMH-1 soll ab 2018 verfügbar sein. Lockheed Martin plant, in den folgenden Jahren 500 Exemplare des Luftschiffs abzusetzen.

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