Boris Johnson war einer der führenden Köpfe der Brexit-Bewegung und ist heute Außenminister von Großbritannien. Zuvor übte er acht Jahre lang das Amt des Bürgermeisters von London aus. In dieser Zeit investierte er massiv in den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in der britischen Hauptstadt. So sind die an vielen Plätzen verfügbaren Leihfahrräder auch als „Boris Bikes“ bekannt. Johnsons Nachfolger Sadik Khan möchte dieses Erbe nun offensichtlich nicht nur verwalten, sondern sogar noch weiter ausbauen. So wird das städtische Unternehmen „Transport for London“ in den nächsten fünf Jahren umgerechnet rund eine Milliarde Euro in den Erhalt und den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur investieren.

By Kai Kowalewski (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
By Kai Kowalewski (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Radfahren sorgt für weniger Staus und bessere Luft

Mit dem Geld sollen dann unter anderem zwei neue Fahrradautobahnen und eine durchgehende Ost-West-Verbindung geschaffen werden. Das Ziel dieser Maßnahmen ist dabei auch klar: Durch sichere Radwege sollen mehr Bürger davon überzeugt werden, bei innerstädtischen Touren auf das Fahrrad zurückzugreifen. Dies würde nicht nur die Verkehrsbelastung in der Innenstadt senken, sondern auch die Luftqualität erhöhen. Doch Kritiker bestreiten diese Vorteile. So behauptet die Vereinigung der Londoner Taxifahrer sogar, dass Fahrradwege in letzter Konsequenz zu mehr Staus führen – konnte diese Behauptung bisher aber nicht belegen. Der Bürgermeister hat allerdings bereits versprochen, dass die notwendigen Baumaßnahem so durchgeführt werden sollen, dass der Autoverkehr so wenig wie möglich beeinflusst wird.

Dänemark und die Niederlande gelten als Vorbild

Die geplante Milliardeninvestition entspricht dabei in etwa zwanzig Euro pro Einwohner und Jahr. Damit befindet sich London in diesem Bereich dann ungefähr auf einem Niveau mit den Niederlanden und Dänemark. Beide Länder gelten als vorbildlich in Sachen Fahrrad-Infrastruktur, was sich auch in den Nutzungszahlen wiederspiegelt: So werden in Dänemark 18 Prozent aller Wege mit dem Rad erledigt – und in den Niederlanden sogar stolze 27 Prozent. Von solchen Werten kann London bisher nur träumen. Dort liegt der Radverkehrsanteil noch immer deutlich im einstelligen Bereich. Die nun geplanten Investitionen könnten dies aber durchaus mittelfristig ändern.

Via: Treehugger

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