Die zunehmende Luftverschmutzung wird auch in einigen deutschen Städten langsam zum Problem. Die Vorgaben der Europäischen Union sind in den letzten Jahren strenger geworden und viele Stadtverwaltungen suchen nach Lösungen, die Feinstaubbelastung zu senken. In den asiatischen Megastädten hat die Problematik allerdings bereits eine ganz andere Dimension erreicht. Einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge ist die Luft in der indischen Hauptstadt Neu Delhi dabei die schlechteste der Welt. Selbst in Peking oder Shanghai ist die Belastung demnach geringer. Dies hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner. Ein Anwalt hat deshalb vor dem Obersten Gerichtshof geklagt. Die Richter haben der Stadtverwaltung nun drei Tage Zeit gegeben, einen Plan zur Reduzierung der Luftverschmutzung vorzulegen.


Via: Phys.org Credit: Scott Meltzer/public domain
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Straßenbauprojekte verzögerten sich mehrmals

Ein Problembewusstsein scheint dabei auf Seiten der lokalen Regierung durchaus vorhanden zu sein. Transportminister Gopal Rai sagte beispielsweise: „Delhis Luftverschmutzung steigt auf ein mehr als gefährliches Level. Wenn wir diese Problematik nicht angehen, zwingen wir die Leute, darüber nachzudenken, die Stadt zu verlassen, um ihr Leben zu retten“. Das Problem allerdings: Täglich fahren bis zu 52.000 Transporter und sonstige Geschäftsfahrzeuge in die Stadt. Etwa dreimal so viele wie von der Regierung ursprünglich angenommen. Neue Straßenbauprojekte, die den Verkehr und die daraus entstehende Belastung besser verteilen sollen, verzögern sich allerdings immer wieder.

Maut soll die Zahl der LKWs in der Stadt verringern

Eine erste Maßnahme hat der Minister aber nun verkündet: Innerhalb von zwei Monaten soll eine Maut für Diesel-LKWs in Neu Delhi eingeführt werden. Diese müssten dann rund zwanzig Euro zahlen, um in die Stadt fahren zu dürfen. Die Regierung hofft, so die Zahl der schweren LKWs in der Stadt verringern zu können. Der Oberste Gerichtshof hatte zudem bereits vor einiger Zeit ein Verbot für alle Fahrzeuge, die älter als fünfzehn Jahre sind, erlassen. Dieses ist bisher allerdings noch nicht in Kraft getreten. Kann die Regierung innerhalb der nächsten drei Tage kein überzeugendes Konzept vorlegen, dürften die Richter aber weitere Zwangsmaßnahmen erlassen.


Via: Economic Times

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