Experten gehen davon aus, dass sich im Weltraum ein riesiger Vorrat an wertvollen Rohstoffen befindet. So finden sich auf Asteroiden beispielsweise Platin und Seltene Erden in großen Mengen. Denkt man an den Abbau dieser Ressourcen, kommen einem wahrscheinlich zuerst die großen Raumfahrtnationen in den Sinn. Im Fall der Vereinigten Staaten ist dies auch zutreffend: Das Land verabschiedete im Jahr 2015 ein Gesetz über den Abbau von Rohstoffen im Weltall. In Europa hat hingegen ein eher unerwartetes Land die Führungsrolle übernommen: Als erstes europäisches Land hat das Großherzogtum Luxemburg eine entsprechende gesetzliche Regelung verabschiedet. Das Land will damit zu einem Zentrum für die Erforschung und den Abbau von Rohstoffen im Weltall werden.


Spaceport America - Startbahn in den Weltraum

Rohstoffe könnten direkt im All wieder genutzt werden

Explizit ausgeschlossen wird allerdings, dass Privatunternehmen ganze Himmelskörper in Besitz nehmen. Vielmehr können die Firmen lediglich die dort gewonnenen Rohstoffe besitzen und vermarkten. Einige Firmen haben sich bereits zu einer Initiative namens Space Ressources zusammengeschlossen. Gemeinsam sollen nun zunächst unbemannte Sonden genutzt werden, um beispielsweise das Gestein von Asteroiden genau zu analysieren. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass es momentan wirtschaftlich sinnvoll sein könnte, beispielsweise Platin im Weltall abzubauen und dann auf die Erde zu bringen. Vielmehr geht es den beteiligten Unternehmen darum, zukünftige Weltraummissionen zu versorgen. So könnte etwa Wasserstoff für den Antrieb von Raketen direkt im Weltraum gewonnen werden.


Luxemburg hat sich bereits die entsprechende Industrie ins Land geholt

Auch die Wasserversorgung von geplanten Marskolonien könnte sichergestellt werden, indem entsprechende Vorkommen auf anderen Himmelskörpern gefunden und ausgebeutet werden. Luxemburg hat lediglich 550.000 Einwohner und ist die zweitkleinste Volkswirtschaft der Europäischen Union. Das Land hat in Sachen Raumfahrt aber durchaus eine gewisse Tradition. So wurde dort in den 1980er Jahren der Satellitenbetreiber SES angesiedelt. Auch die US-Firmen Deep Space Industries und Planetary Resources haben ihre Europazentrale in dem Großherzogtum. An letzterer Firma hält der luxemburgische Staat sogar Anteile. Nun will das Land noch stärker vom Aufbau einer neuen Weltraumtechnologie profitieren.

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