MacBook: Apple setzt Zukunftstrends, die Nutzer verärgern

Am vergangenen Montag hat Apple neben der Apple Watch auch ein neues MacBook vorgestellt. Die vorher entstandenen Gerüchte bewahrheiteten sich: Das neue MacBook ähnelt von den Dimensionen her dem MacBook Air, hat ein 12 Zoll Retinadisplay, keinen Lüfter und nur einen USB-C-Port. Dieser ist neben einem Kopfhöreranschluss der einzige Anschluss am neuen MacBook. Nicht einmal ein MagSafe-Port ist vorhanden, das Notebook wird über den USB-Port geladen. Die radikale Reduzierung kommt bei den Nutzern nicht gut an. Recht gut wird die Meinung vieler Apple-Nutzer durch diesen Tweet wiedergegeben, der inzwischen schon weit über 25.000 Mal retweeted wurde: “Seriously. Fuck them.

Apple setzt Zukunftstrends(?)

Apples Entscheidung, dem neuen MacBook nur einen Port zu vepassen, ist, gelinde gesagt, mutig. Heutige Notebooks kommen mit mehreren Ports, die über das Gehäuse verteilt sind. Neben einem Stromanschluss sind meistens zumindest ein oder zwei USB-Ports und ein Videoausgang vorhanden. Das neue MacBook Air hat einen einzigen, aber neuartigen, USB-C-Port. Damit gleicht es eher einem iPad mit Tastatur als einem wirklichen Notebook. Simultane Tätigkeiten wie Notebook und iPhone laden oder Videoausgabe mit angeschlossener externen Festplatte sind somit erst möglich, wenn einer der (keineswegs günstigen) Adapter gekauft wurde. Matt Burns von TechCrunch beschrieb das neue MacBook so: “Simply put, the new MacBook isn’t for photo editing. It’s for Facebooking.

Die Nutzer sind von Apples Entscheidung vor den Kopf gestoßen. Sie fühlen sich mit ihren Bedürfnissen allein gelassen, etwas, was sie von dem Unternehmen nicht gewohnt sind. Aber es ist nicht das erste Mal. Ähnliches geschah bereits bei der Vorstellung des MacBook Air. Als Apple das 1799 US-Dollar teure Ultrabook präsentierte, hatte dieses im Gegensatz zu den MacBook-Pro-Modellen weder ein internes DVD-Laufwerk noch einen Ethernet-Port. Und auch hier fühlten sich die Nutzer betrogen. WiFi war noch nicht so verbreitet damals, und Software wurde häufig noch auf DVDs oder CD-ROMs ausgeliefert. Damals stellte sich heraus, dass Apple mit dieser Entscheidung einen Trend setzte und weit in die Zukunft blickte. Heutzutage gibt es überall WiFi, und Software wird weitestgehend als Download ausgeliefert. Und es gibt kein MacBook-Modell mit Ethernet-Port oder DVD-Laufwerk mehr.

Das neue MacBook wird seinen Platz finden

Auch wenn die Nutzer verärgert auf die Vorstellung des neuen MacBooks reagierten: Es wird seinen Platz finden. Sein Platz im Lineup des MacBook-Herstellers ist parallel zum MacBook Air und MacBook Pro. Es soll keines davon ersetzen. Zumindest im Moment. In Zukunft könnte der Preis für das MacBook unter 1000 Dollar fallen und das MacBook Air komplett vom MacBook Pro verdrängt werden, das schließlich ebenfalls immer schlanker wird. Wer also Dinge wie mehrere USB-Ports, einen MacSafe-Adapter oder einen SD-Reader möchte, wird in diesem Szenario dann zum MacBook Pro greifen müssen. Ob es Apple erneut gelungen ist, in eine Zukunft zu sehen, in dem das Nutzungsprofil eines Notebooks einen einzelnen Port ausreichen lässt, wird sich zeigen müssen.

Bis dahin sollten interessierte Nutzer sich ernsthaft überlegen, ob der Griff zum MacBook Air nicht sinnvoller wäre. Die Abmessungen des 13 Zoll Modells sind nur geringfügig größer, und das Ultrabook verfügt über mehr Ports (wenn auch für viele Nutzer nicht genug). Zudem hat der Prozessor mehr Power. Der einzige Nachteil ist das Display, das nicht mit dem Retina-Display des neuen MacBooks mithalten kann.