Ob sie es nun Männer- oder Vatertag nennen: Am kommenden Donnerstag werden deutschlandweit Männer mit ihren Freunden losziehen, um zu grillen, zu trinken und Spaß zu haben (ja, auch wir wissen natürlich, dass auch Frauen Spaß am Vatertag haben dürfen). Studenten der Universität des Saarlandes haben für den traditionellen Vatertagsausflug ein tolles Gadget entwickelt: Einen Bollerwagen mit Elektro-Allradantrieb.


Foto:  Claudia Ehrlich/Universität des Saarlandes
Foto: Claudia Ehrlich/Universität des Saarlandes

Biertransport mit Elektroantrieb

Ein Bollerwagen mit Antrieb ist keine technische Revolution. Die Entwicklung des Studententeams weist jedoch eine Besonderheit auf: Die Elektromotoren, die für den nötigen Vortrieb sorgen, kommunizieren mit Sensoren im Handgriff, die verschiedene Daten sammeln, auswerten und auf Basis dieser Auswertung Signale an die vier in den Rädern verbauten Motoren senden. Beispielsweise kann das System anhand des Winkels zwischen Handgriff und Wagen erkennen, mit welcher Kraft der Bollerwagen gerade gezogen wird. Daten aus den Elektromotoren verraten dagegen, in welchem Winkel die Räder stehen und welche Kraft der Antrieb gerade entwickelt.

Die in allen Sensoren gesammelten Daten werden von einem Mikrocontroller auf der Unterseite des Bollerwagens verarbeitet. Das System erkennt so, welches der Räder mit welcher Kraft zugeschaltet wurde. Dabei können die einzelnen Motoren der Räder natürlich jeweils einzeln angesteuert werden, erläutert Sergej Fabich, einer der Studenten, die den Bollerwagen entwickelt haben.


Ausgeklügelte Technik zur Datengewinnung

Die Räder mit integriertem Nabenmotor, die in dem Bollerwagen verwendet werden, stammen von Wellgo Gerätetechnik und verrichten ihren Dienst normalerweise in einem zweirädrigen Golf-Caddy. Um das System an einen Bollerwagen anzupassen, mussten die Studenten ihm daher beibringen, mit vier Rädern statt mit zweien zu arbeiten. Dazu passte das Team die Programmierung des Herstellers an.

Besonders ist an dem System außerdem, dass die Motoren sozusagen als Sensoren fungieren. Professor Matthias Nienhaus der Saar-Uni forscht in seinem Spezialgebiet an intelligente Motoren, die selbstständig Messdaten liefern, ohne dass zusätzliche Sensoren verwendet werden müssen. So können Kosten gespart werden, während die Daten sozusagen direkt aus “erster Hand” stammen. Dies funktioniert unter anderem, indem die Verteilung des elektromagnetischen Felds im inneren des Motors analysiert wird. So kann das System erkennen, wie die Räder positioniert sind und ob der Motor ordnungsgemäß arbeitet. Auch Anzeichen für den Verschleiß des Motors können so analysiert und verarbeitet werden.

Mit dem ausgeklügelten, cleveren Bollerwagen werden Vatertagsausflüge gleich eine ganze Spur angenehmer, da sowohl Bier als auch Grill und Grillgut so mühelos transportiert werden können.

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