Chemotherapien während einer Krebsbehandlung können dafür sorgen, dass die Eierstöcke dauerhaft beschädigt werden. Forscher und Ärzte suchen daher für diese Fälle bereits seit längerem nach einer Alternative für das Organ. An der Northwestern University in Chicago könnte nun ein Durchbruch in diesem Bereich gelungen sein. Dort druckten Wissenschaftler Eierstöcke mit dem 3D-Drucker und implementierten diese bei Mäusen. Das Ergebnis: Die Tiere konnten auf natürliche Weise befruchtet werden. Immerhin drei der sieben behandelten Mäuse bekamen anschließend Nachwuchs und zwar ohne dass die Forscher diesen Vorgang gezielt vorantrieben – etwa durch eine Hormonbehandlung. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Nachwuchsmäuse waren zudem anschließend selbst in der Lage sich erneut fortzupflanzen.


Via: Nature

Als Grundmaterial kam Gelatine zum Einsatz

Zu Beginn des Prozesses stand allerdings zunächst die Suche nach dem richtigen Material – was sich als gar nicht so einfach erwies. Denn einerseits mussten die Eierstöcke flexibel genug sein, um sich an das umliegende Gewebe anzupassen und sich damit zu verbinden. Auf der anderen Seite durfte das Material aber auch nicht zu instabil sein, denn es musste problemlos per Operation eingesetzt werden können. Schließlich fiel die Wahl der Forscher auf Gelatine. Diese wurde mithilfe des 3D-Druckers in mehreren Schichten übereinandergelegt, sodass sich eine Art Netzstruktur ergab. Jeder dieser künstlichen Eierstöcke wurde dann mit 40 bis 50 Follikeln ausgestattet und bei den Mäusen implementiert.

Bereits nach drei Wochen waren die künstlichen Organe vollständig integriert

Nach etwa drei Wochen konnten die beteiligten Wissenschaftler dann beobachten, dass die künstlichen Organe bereits voll in das Körpersystem der Mäuse integriert waren. So ließ sich beispielsweise das von den Follikeln produzierte Anti-Müller-Hormon (AMH) im Blut der Tiere nachweisen – was eindeutig bewies, dass ein Austausch zwischen den eingesetzten Eierstöcken und dem restlichen Organismus stattfand. Dank des 3D-Druckers konnten die künstlichen Eierstöcke in ihrer Größe zudem individuell angepasst werden. Bisher handelt es sich allerdings noch um reine Grundlagenforschung. Zwar ließe sich das Prinzip theoretisch auch auf den Menschen übertragen. Bis dies allerdings tatsächlich der Fall sein wird, dürften noch einige Jahre vergehen.


Via: Nature

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