Seit inzwischen 30 Jahren arbeiten Wissenschaftler am weltweit ersten Impfstoff gegen Malaria. Das Medikament hat kürzlich eine große Hürde genommen: Die European Medicines Agency erreichte eine “positive wissenschaftliche Meinung” bezüglich des Impfstoffs Mosquirix. Als nächstes wird die World Health Organisation (WHO) die Wirksamkeit des Impfstoffes untersuchen, und dann steht einer Aufnahme in die Impfprogramme nicht mehr viel im Weg.


Malaria Impfung
Foto: Malaria Vaccine, Global Panorama, Flickr, CC BY-SA 2.0

Impfstoff für Kinder

Der Impfstoff wurde speziell für die Gabe an Kinder entwickelt. Malaria ist in tropischen und heißen Staaten ein grassierendes Problem, das 2013 weltweit etwa 584.000 Todesopfer – darunter zahlreiche Kinder – forderte. Die Mehrheit dieser Todesopfer wurden von afrikanischen Staaten beklagt. Nach Schätzungen der WHO stirb jede Minute ein Kind an Malaria.

This is the first time that a malaria vaccine has been presented to a regulatory authority. No malaria vaccine has ever got that far before. This shows that we can actually make a malarial vaccine and that’s very encouraging for going forward with this work”, so der WHO-Sprecher Gregory Härtl gegenüber IFLScience.


Der Wirkstoff bietet allerdings keinen 100-prozentigen Schutz gegen Malaria. In einer klinischen Studie bekamen 16.000 Kinder in mehreren afrikanischen Ländern drei Injektionen mit dem Wirkstoff in einem Abstand von einem Monat und eine weitere Injektion nach 20 Monaten. Den besten Schutz bietet der Impfstoff für Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Monaten. Schwere Malaria wurde um 36 Prozent verringert, Episoden mit klinischer Malaria um 42 Prozent. Bei Babies zwischen 6 und 12 Wochen bietet der Impfstoff einen 15-prozentigen Schutz vor schwerer Malaria und 27 Prozent vor klinischer Malaria.

We already have a standard program of immunization, which has been developed over the years with countries to get routine immunization on track with children across the world. So, we will need to look at whether or not this malaria vaccine can fit into routine immunization programs. The WHO will be looking at how cost effective the vaccine is compared to other interventions. There are a number of different considerations that two separate WHO committees will look into in October”, so Härtl weiter.

17 Jahre Entwicklungsarbeit

Die Forschung an dem Impfstoff, der von der Firma GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt wird und finanzielle Unterstützung von der Bill & Melinda Gates Foundation erhält, begann 1998. GSK gab bekannt, mit dem Impfstoff keinen Profitgedanken zu verfolgen und ihn zum Selbstkostenpreis plus fünf Prozent zu verkaufen, was für ein Pharmaunternehmen eine beeindruckend noble Absicht ist. Die zusätzlichen fünf Prozent sollen in weitere Malaria-Forschung reinvestiert werden.

Der Impfstoff ist kein Allheilmittel. Vielmehr soll er mit weiteren Interventionen, wie zum Beispiel Moskito-Netzen, diagnostischen Maßnahmen, Kontrolle der Infektions-Vektoren und der Entwicklung anderer Anti-Malaria-Medikamente kombiniert werden.

Wenn die WHO den Impfstoff für den Einsatz in Afrika empfiehlt, liegt es immer noch in den Händen der einzelnen Regierungen, ob eine Aufnahme in die individuellen Impfprogramme erfolgt. Jedoch ist bisher kein Malaria-Impfstoff so weit gekommen, überhaupt in die Evaluationsprogramme der europäischen und globalen Gesundheitsbehörden aufgenommen zu werden. Mosquirix hat daher eine realistische Chance, eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Malaria zu spielen.

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