Der Trend für die Zukunft des Bauwesens geht eindeutig hin zu Infrastruktur, die mehr oder minder mit der Natur verschmilzt. So können auch größere Projekte umgesetzt werden, ohne zu sehr in die Umwelt einzugreifen – oder sie nach dem Bau sogar schützen. In diese Bresche schlägt der Entwurf für ein Fähren-Terminal in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, der für einen Wettbewerb entwickelt wurde. Das Manta-Ray-Terminal produziert 100 Prozent der benötigten Energien aus erneuerbaren Quellen und reinigt außerdem das Wasser des Flusses Han, der durch die Stadt fließt.


Konzept erstreckt sich über mehrere Ebenen

Entworfen wurde das Terminal von dem Architekturbüro von Vincent Callebaut. Auf dessen Konto gehen auch Konzepte und Designs wie die Öko-Stadt Hyperions in Indien und die schwimmende Stadt Utopia. Für das Fähren-Terminal in Seoul sieht der Architekt eine Herangehensweise in mehreren Ebenen vor. Der bereits existierende Yeouido Park am Fluss Han soll in eine „kulturelle Sammelstelle“ mit einem modernen Design verwandelt werden, das einen natürlichen Schutz gegen Überflutungen durch die Fauna vorsieht. Gleichzeitig soll die Fauna als eine Art Filteranlage für den Fluss fungieren – ähnlich wie man es aus dem Teichbau kennt. Fußgänger- und Radwege, große Terrassen sowie ein Amphitheater komplettieren den Entwurf.


Direkt an den Park angeschlossen ist ein schwimmendes Fähren-Terminal, unter dem ein Hafen und mehrere Gärten gelagert sind. Die unteren Ebenen des Terminals versorgen Schiffe mit Wasser, Elektrizität und Biotreibstoffen. Die oberen Ebenen erinnern von der Form her an einen Manta-Rochen und beherbergen die Rezeption, Food Courts sowie Ausstellungs- und Ausbildungsräume. Auf der oberen Ebene finden sich schließlich eine Beobachtungsplattform und ein Dachgarten.

100 Prozent erneuerbare Energien

Der Energiebedarf des Gebäudes würde komplett aus einem Mix aus erneuerbaren Energien befriedigt werden. Auf dem Dach und an der Fassade des Gebäudes sollen insgesamt 4500 Quadratmeter Solarzellen und 3500 Quadratmeter photothermische Zellen installiert werden. Außerdem sind auf dem Dach 52 Windturbinen vorgesehen. Des weiteren soll eine Biogasanlage organischen Abfall aus dem umlegenden Park verarbeiten. Und schließlich soll auch noch Wasserenergie genutzt werden: Unter der Wasseroberfläche sind mehrere Turbinen vorgesehen, die Strom produzieren.

„Seoul is finding new ways to invest in this kind of soft infrastructure, helping to foster social cohesion with a greater sense of community among diverse socio-economic groups. With an eye toward increasing equitable access for everyone to these new facilities, this floating vessel is an example of biophilic and resilient architecture, demonstrating that it is possible to build with nature rather than against it, by respecting the life of the river and allowing the local fauna and flora to flourish. The “Manta Ray” project promotes the permeability and renaturalization of river banks in cities with rivers running through them. The banks become new playgrounds for social innovation, and for urban “consumers-actors” seeking to promote urban farming, agroforestry and permaculture. The goal is to make them less vulnerable to climate change, and to the subsequent dramatic flood and urban heat island events witnessed over the past decades“, so Vincent Callebaud.

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Bilder: Vincent Callebaud Architectures

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