Seetang als Rohstoff für Biosprit: Ist das eine Utopie oder eine realistische Zukunftsoption? Das Startup Marine BioEnergy setzt jedenfalls auf die schnell wachsende Wasserpflanze und hat sich ein modernes Farming-System für sie ausgedacht. Das Ganze wird aktuell noch getestet, doch scheint das Projekt so aussichtsreich, dass es mit staatlichen Geldern unterstützt wird.


Der Seetang wächst an langen Röhren, die ihn auf und ab befördern / Foto: USC Wrigley Institute for Environmental Studies Facebook

Für optimale Bedingungen soll ein Aufzugssystem sorgen

Cindy und Brian Wilcox sind die Köpfe hinter dem jungen Unternehmen, das Ehepaar erhielt für seine geplanten Seetangfarmen eine Förderung durch die United States Department of Energy’s Advanced Research Projects Agency – Energy (ARPA-E). Um ihr Ziel zu erreichen, arbeiten die beiden mit der University of Southern California’s Wrigley Institute for Environmental Studies aktuell an einer wasserdichten Machbarkeitsstudie. Da Seetang einen sehr geringen Anteil an Lignin und Zellulose beinhaltet, lässt sich das Pflanzenmaterial besonders leicht verwerten. Außerdem benötigen die Wasserpflanzen weder eine Bewässerung noch Pestizide, um ungehindert zu gedeihen. Für optimale Wachstumsbedingungen in den Seetangfarmen soll eine Art Wasseraufzug sorgen, der die Pflanzen von der Wasseroberfläche bis in tiefere Gewässer und zurück befördert. Damit erhalten die Zöglinge nicht nur genügend Sonnenlicht, sondern auch die reichhaltigen Nährstoffe der Ozeantiefen.

Biosprit aus Seetang ist CO2 -neutral und kostengünstig

Doch das ist noch nicht genug der modernen Technik: Um die Abläufe zu vereinfachen, sollen auch Drohnen zu Einsatz kommen, die dafür sorgen, dass der bepflanzte Aufzug weder mit Stürmen noch mit Schiffen konfrontiert wird. Und sobald die Pflanzen erntereif sind, könnten die smarten Flieger sie mit einem Schiff vertäuen, das sie abholen kommt. Die verarbeitenden Maschinen würden vielleicht sogar direkt an Bord stehen, die passende Größe dafür hätten sie: Allerdings muss die Wirtschaftlichkeit für dieses Unterfangen noch geprüft werden. Die erste Testfarm soll wie bald wie möglich nahe der kalifornischen Insel Santa Catalina Island entstehen – und bei erfolgreichem Ausgang startet das große Farming-Projekt mitten im Ozean zwischen Hawaii und Kalifornien. Der Biosprit wird CO2-neutral sein, da der Seetang ebenso viel Kohlendioxid aufnimmt, wie er bei der Verwertung wieder abgibt. Außerdem sind die Macher hinter Marine BioEnergy davon überzeugt, preislich problemlos mit den fossilen Energieträgern konkurrieren zu können.


Quelle: inhabitat.com

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