Viele der Top-Todesursache wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Krebs und Alzheimer sind neben den Lebensgewohnheiten auf einen unvermeidbaren Vorgang zurückzuführen: Das Altern. Wissenschaftler aus aller Welt forschen deshalb seit Jahren daran, diesen Prozess zumindest auszubremsen. Eine neue Studie des Novartis Institutes for BioMedical Research in Massachusetts zeigt, das kürzlich ein kleiner Schritt in diese Richtung gemacht wurde. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Science Translational Medicine veröffentlicht.


Alter Mann

Medikament nimmt Einfluss auf das Immunsystem

Die Studie beschäftigt sich mit einem als MTOR bezeichneten genetischen Regulierungsmechanismus, der für korrekten Wachstum von Zellen und Proteinen von Bedeutung ist. Abnormale Funktion von MTOR wurde mit verschiedenen altersbedingten Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Funktion des MTOR-Mechanismus kann mit dem Medikament Rapamycin eingeschränkt werden, das den Zellwachstum von T-Zellen stoppt, die für den programmierten Zelltod verantwortlich sind.


Die Studie wurde an 200 Probanden im Alter von über 55 Jahren durchgeführt. Aus dieser Gruppe stammt jedes Jahr der Großteil der Influenza-bedingten Toten. Eine Gruppe der Probanden erhielt Rapamycin, während die andere Gruppe ein Placebo verabreicht bekam. Der Zeitpunkt der Medikamentengabe lag wenige Wochen vor der alljährlichen Grippeimpfung.

Die Gruppe, die Rapamycin erhielt und deren MTOR-Mechanismus daher eingeschränkt war, produzierte 20 Prozent mehr Influenza-Antikörper als die Kontrollgruppe, was auf ein deutlich verbessertes Immunsystem hinweist. Der Effekt scheint von der Dosis abzuhängen, aber auch Probanden, die eine kleinere Rapamycin-Dosis erhielten, produzierten mehr Antikörper.

Schon seit Jahren ist bekannt, dass die Einschränkung des MTOR-Mechanismus bei Mäusen zu einer längeren Lebensspanne führt. Dennoch müssen Wissenschaftler Vorsicht walten lassen, wenn es darum geht, den Effekt auf Menschen zu erforschen. Auch wenn nun erste Anzeichen dafür vorliegen, dass Rapamycin die Immunfunktion verbessert, muss dringend erforscht werden, wie sich die Einschränkung von MTOR auf andere Effekte des Alterns auswirkt. Joan Mannick vom Novartis Institutes for BioMedical Research sagte gegenüber Health Daily: “It’s very important to point out that the risk/benefit of MTOR inhibitors should be established in clinical trials before anybody thinks this could be used to treat aging-related conditions.”

Bevor man Rapamycin als Anti-Aging-Medikament bezeichnen kann, muss also noch viel geforscht werden.

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