Eigentlich vergehen zwischen der Befruchtung einer Eizelle und der Geburt des Kindes etwa 9 Monate. Im Falle von Emma Wren Gibson hat es etwas länger gedauert: Sie kam etwa 24 Jahre nach der Befruchtung zur Welt. Möglich wurde dies durch die moderne Fortpflanzungsmedizin.


2-cell Embryo
Foto: 2-cell, Bruno Vellutini, Flickr, CC BY-SA 2.0

Fremder Embryo erfüllt den Kinderwunsch

Emma Wren ist ein Wunschkind. Auf ihre Geburt jedoch musste sie lange warten. Der Embryo war über 24 Jahre lang in einer Kinderwunschklinik eingefroren, bis Emma und ihre Eltern zusammengebracht wurden. Dahinter steckt eine besondere Geschichte.

Die 26-jährige Tina Gibson und ihr Mann Benjamin hatten schon länger einen Kinderwunsch. Auf natürlichem Wege konnte dieser jedoch nicht erfüllt werden, da Benjamin an Mukoviszidose leidet, einer Stoffwechselerkrankung, die unter anderem zu Unfruchtbarkeit führt. Das US-amerikanische Paar zog eine Adoption in Betracht und nahm zeitweilig auch Pflegekinder auf, bis sie auf das National Embryo Donation Center in Knoxville, Tennesse stießen. Dort existiert ein Programm, in dessen Rahmen Paaren befruchtete Eizellen anderer Paare angeboten werden, die für diese keine Verwendung mehr haben.


24,5 Jahre auf Eis

Nach längerem Überlegen entschlossen sich die Gibsons, das Angebot wahrzunehmen. Das Paar durfte Anfang 2017 einen Embryo auswählen und sich dabei auch am genetischen Profil orientieren. Da die Gibsons selber eher klein und zierlich sind, war es ihnen etwa wichtig, dass ihr Kind als Erwachsener nicht zu groß wird. Am Ende fiel die Wahl auf einen weiblichen Embryo, der bereits seit 24,5 Jahren eingefroren war. Theoretisch hätte das ungeborene Kind also die beste Freundin von Tina Gibson werden können.

Die Implantation des Embryos klappte dann problemlos, und auch die Schwangerschaft verlief wie am Schnürchen. Als die kleine Emma dann im November auf die Welt kam, war sie das Ergebnis des weltweit ältesten Embryos, der erfolgreich ausgetragen wurde.

Eine Million Embryos auf Lager

Allein in den USA werden derzeit zwischen 700.000 und eine Million Embryos gelagert. Im Rahmen einer künstlichen Befruchtung werden meist mehrere Eizellen befruchtet und konserviert. Die potentiellen Eltern können dann entscheiden, ob diese vernichtet oder zur Adoption freigegeben werden. Die Klinik in Tennessee konnte mit „gespendeten“ Embryos bereits mehr als 700 Kinderwünsche erfüllen.

Im Falle von Emma lagern beim National Embryo Donation Center sogar noch einige weitere Embryos mit den gleichen biologischen Eltern. Theoretisch könnte die kleine Emma also sogar noch ein Geschwisterchen bekommen.

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.