Forscher des MIT und der University of California in San Diego (UCSD) ist es gelungen, neue Soldaten im Kampf gegen den Krebs zu rekrutieren: Sie machen sich E.coli-Bakterien zunutze, um gegen die schädlichen Krebszellen vorzugehen.


Foto:  Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Umprogrammierte Bakterien kämpfen gegen Krebs

Die Wissenschaftler programmierten harmlose Bakterien um, um mit ihrer Hilfe giftige Stoffe zu Krebszellen zu befördern. In Kombination mit einem traditionellen Krebs-Medikament gelang es so, aggressive Lebertumore in Mäusen sehr effektiv zu schrumpfen. Die Methodik erwies sich als effektiver als beide Ansätze einzeln.

Die Herangehensweise macht sich die Eigenschaft der Bakterien zu Nutze, sich an Krankheitsherden zu sammeln. Bestimmte Bakterien fühlen sich in Umgebungen mit wenig Sauerstoff, wie etwa Tumoren, besonders wohl. Außerdem fördert die Unterdrückung des Immunsystems, die mit der Krebserkrankung einhergeht, das Wachstum der Bakterienkolonien. „Tumors can be friendly environments for bacteria to grow, and we’re taking advantage of that„, so Sangeeta Bhatia, Professor am MIT.


Die Forschungsarbeit des Teams begann vor einigen Jahren. Anfangs entwickelten die Forscher einen simplen Test für Lebertumore, der auf modifizierte E.coli-Bakterien basiert. Diese Bakterien wurden dann von den Forschern weiter genetisch verändert, sodass sie am Ende drei verschiedene Wege hatten, um Krebszellen abzutöten. Die Bakterien produzieren ein bestimmtes Molekül, das die Zellwände der Tumorzellen angreift, induzieren programmierten Zelltod und produzieren ein Protein, das das Immunsystem anregt, den Tumor anzugreifen. Außerdem programmierten die Forscher die Bakterien so, dass sie sich selber zerstören, wenn eine bestimmte Bakterienkonzentration erreicht ist. Allerdings überleben dabei ein paar der Bakterien und fangen wieder an, sich zu vermehren.

Effektive Methode mit wenig Nebenwirkungen

Versuche mit Mäusen mit aggressiven Tumoren in der Leber und dem Darm zeigten, dass die Behandlung in Kombination mit einer Chemotherapie für Leberkrebs zu einer dramatischen Reduzierung der Tumorgröße führte. Die Methode erwies sich als deutlich effektiver als die herkömmliche Chemotherapie allein.

Die Bakterien wurden oral verabreicht, was für die Behandlung von Tumoren in der Leber gut geeignet ist. Für die Behandlung von Krebserkrankungen außerhalb des Bauchraums müsste ein alternatives System zur Verabreichung verwendet werden.

Die Methode ist des Weiteren ausgezeichnet dafür geeignet, Nebenwirkungen zu vermeiden, da die Bakterien außerhalb der Tumorumgebung vom Immunsystem angegriffen und zerstört werden. Die Herangehensweise der Forscher ist innovativ, unkonventionell und bietet enormes Potenzial im Krampf gegen Krebs.

via MIT

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