Nordkorea leidet immer stärker unter den internationalen Sanktionen, die aufgrund des Atomprogramms des Landes verhängt wurden. Weil ausländische Devisen deswegen knapp geworden sind, setzt das Land immer stärker auf Bitcoins. Um an die dringend benötigte Kryptowährung zu gelangen, wird allerdings kein legaler Handel getrieben. Stattdessen kommen den Erkenntnissen internationaler Geheimdienste zufolge speziell ausgebildete Hackergruppen zum Einsatz. Diesen scheint in diesem Jahr ein besonders prestigeträchtiger Schlag gelungen zu sein: Bereits im Februar knackten sie 266 Nutzerkonten der südkoreanischen Bitcoin-Handelsplattform Bithumb und erbeuteten dort Coins im Wert von rund sieben Millionen Dollar. Inzwischen hat die Kryptowährung zudem einen steilen Wertanstieg hinter sich, sodass inzwischen sogar von einer Beute in Höhe von 82 Millionen Dollar ausgegangen werden kann.


Bitcoins

Der Raub von Bitcoins wird durch mehrere Faktoren erleichtert

Entdeckt wurde der Hackerangriff allerdings erst im Sommer dieses Jahres – und nun offiziell bestätigt. Möglich wurde der Angriff offensichtlich über einen mit Schadsoftware versehenen Computer eines Mitarbeiters von Bithumb. Diebstähle von Bitcoins sind aus mehreren Gründen vergleichsweise einfach:


  1. Die Währung existiert nur digital, es müssen also keine physischen Dinge bewegt werden.
  2. Der Handel erfolgt in der Regel anonymisiert, wodurch auch mit gestohlenen Bitcoins problemlos bezahlt werden kann.
  3. Es gibt keinen zentralen Marktplatz für den Handel mit Bitcoins. Stattdessen existieren verschiedene Handelsplattformen – von denen nicht alle die höchsten Sicherheitsstandards erfüllen. Bithumb beispielsweise musste zuletzt umgerechnet 46.000 Euro Strafe zahlen, weil Kundendaten nicht ausreichend geschützt wurden.

Auch Venezuela will mit Kryptowährungen Finanzprobleme lösen

Auch dies hat einen ernsten Hintergrund: Denn die Hacker erbeuteten nicht nur die Bitcoins, sondern auch die Daten von 30.000 Nutzern. Sie verlangen nun eine weitere Zahlung in Höhe von 5,5 Millionen Dollar, um den Datensatz wieder zu löschen. Gemessen am Handelsvolumen handelt es sich bei Bithumb um eine der fünf größten Bitcoin-Börsen der Welt. Nordkorea ist nicht das einzige Land der Welt, das mithilfe von Kryptowährungen akute Finanzprobleme lösen möchte. Venezuela kündigte etwa vor kurzem die Einführung des Petro an – einer Kryptowährung, die mit den Ölreserven des Landes besichert sein soll. Ähnliche Pläne sind aus Nordkorea bisher nicht bekannt. Dies könnte allerdings auch daran liegen, dass das Land kaum über Rohstoffe verfügt.

Via: BBC

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.