Die Ausschreitungen rund um eine Demonstration von Rechtsradikalen im amerikanischen Charlottesville bestimmen in den USA seit Tagen die Schlagzeilen. Insbesondere weil ein Mann sein Auto offensichtlich absichtlich in eine Gegendemonstration steuerte und dabei eine junge Frau tötete. Selbst republikanische Senatoren sprachen anschließend von einheimischem und rechtsradikalem Terrorismus. US-Präsident Donald Trump hingegen wollte sich lange Zeit nicht klar äußern und verurteilte zunächst lediglich die Gewalt beider Seiten. Erst nachdem der öffentliche Druck zu groß wurde, sprach er sich in einem abgelesenen Statement klar gegen sämtliche rassistischen Bestrebungen aus – nur um diese Aussage wenige Tage später wieder zu relativieren. Sein Vorgänger Barack Obama hingegen zeigte bei seiner Reaktion mehr Fingerspitzengefühl.


Ein Zitat von Nelson Mandela vermittelt eine wichtige Botschaft

Er postete auf Twitter ein Zitat von Nelson Mandela: „Niemand ist mit Hass auf einen Menschen wegen dessen Hautfarbe, Hintergrunds oder Religion geboren worden“. Dazu postetet er ein Bild, auf dem er mit offensichtlich unterschiedlich aussehenden kleinen Kindern spricht. Mit dieser Nachricht schaffte es Obama, sich nicht direkt in die laufende Debatte einzumischen – dies gehört sich für einen ehemaligen Präsidenten nicht – und dennoch eine klare Botschaft auszusenden. Diese kam auch bei vielen anderen Nutzern des sozialen Netzwerkes gut an: Bisher hat der Tweet mehr als drei Millionen Likes erhalten – ein neuer Rekordwert. Traurig ist allerdings, dass auch der bisherige Rekord-Tweet im Anschluss an einen Terroranschlag entstand: Er stammte von der Sängerin Ariane Grande nach dem Anschlag auf eines ihrer Konzerte in Manchester.


Obama war als schwarzer Präsident immer wieder Anfeindungen ausgesetzt

In zwei anderen Tweets vervollständigte Obama dann noch das Zitat des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten: „Man muss Hass erst lernen, aber wer Hass lernen kann, dem kann auch Liebe beigebracht werden.“ Und: „Liebe kommt natürlicher in das menschliche Herz als ihr Gegenteil.“ Obama ist von der Thematik selbst immer wieder betroffen, weil er als erster schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten von rassistischen und rechtsradikalen Gruppierungen stark angefeindet wurde und wird. Die Nutzung der sozialen Medien gehört zudem zu seinen Stärken und sie spielten bei seinen Wahlkämpfen jeweils eine große Rolle. Offensichtlich will er Twitter als Medium nun nicht komplett seinem Nachfolger und dessen Botschaften überlassen.

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