Im Jahr 2003 führte Bundesumweltminister Jürgen Trittin von den Grünen in Deutschland das Pfand auf Einweg-Getränkeverpackungen ein. Erklärtes Ziel damals: Die deutschen Verbraucher sollten wieder mehr Mehrwegflaschen nutzen. Heute muss man konstatieren, dass dieses Ziel weit verfehlt wurde. Seit dem Jahr 2004 ist der Mehrweg-Anteil von rund 67 Prozent auf heute nur noch 42 Prozent gefallen. Aus Sicht von Klima und Umwelt ist dies fatal. So verursacht die Nutzung einer Mehrwegflasche Mineralwasser 55 Gramm weniger CO2 als der Kauf einer entsprechenden Einwegflasche. Auf ganz Deutschland umgerechnet, bedeutet das: Alleine bei den alkoholfreien Getränken ließen sich jährlich 1,25 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Die Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ soll bei den Verbrauchern nun dafür ein verstärktes Bewusstsein schaffen.


Auch wenn sie nicht in der Natur landen, sind Einweg-Plastikflaschen ein Problem.

Weniger als die Hälfte der Plastikflaschen wird recycelt

Zu der Allianz hinter der Kampagne gehören Umweltschützer, Getränkehändler und Brauerein. Insbesondere die Einwegflaschen aus Plastik bringen zudem noch weitere Probleme mit sich. Zwar landen die Flaschen zum allergrößten Teil nicht einfach in der Natur, ein großer Müllberg entsteht aber trotzdem. Alleine in Deutschland fallen auf diese Weise jährlich mehr als 550.000 Tonnen Plastik an. Problematisch in diesem Zusammenhang: Weniger als die Hälfte davon wird sinnvoll recycelt. Der Großteil wird zur Energiegewinnung genutzt – also verbrannt. Faktisch verbrennt Deutschland auf diese Weise jährlich Millionen Tonnen an teuer importiertem Öl. Bei Mehrweg-Glasflaschen sieht die Umweltbilanz hingegen deutlich besser aus.

Umweltschützer fordern mehr Engagement der Politik

Denn diese werden im Schnitt etwa 25 mal genutzt. Außerdem liegt bei Glas die Recyclingquote deutlich höher als bei Plastik. Dennoch sind die Signale aus der Politik eher zwiespältig. So war bisher eine feste Mehrwegquote gesetzlich festgeschrieben – allerdings ohne festgeschriebene Sanktionen für das Verfehlen der Zielmarke. Das Bundesumweltministerium wollte die Quote daher sogar ganz streichen, was aber noch einmal verhindert werden konnte. Umweltschützer fordern hingegen deutlich weiter gehende Maßnahmen: So soll eine Abgabe von zwanzig Cent pro Flasche die wahren gesellschaftlichen Kosten der Einwegverpackung widerspiegeln. Bisher hat die Politik allerdings lediglich kosmetische Verbesserungen auf den Weg gebracht. So sollen zukünftig Mehrwegflaschen in den Läden besser ausgewiesen werden.


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