Meilenstein erreicht: Die USA gewinnen zehn Prozent des Strombedarfs durch Wind und Sonne

Auch in den Vereinigten Staaten schreitet die Energiewende immer weiter voran. So wurden seit dem Amtsantritt von Donald Trump mehr als vierzig Kohleminen direkt geschlossen oder zumindest deren Schließung angekündigt. Für den Präsidenten, der angetreten war, der Kohle zu einem Comeback zu verhelfen, ist dies keine erfreuliche Entwicklung. Auf der anderen Seite postulierte Trump auch immer wieder, dass die Erneuerbaren Energien viel zu teuer seien. Tatsächlich stammt aber ein immer größerer Teil der US-Stromproduktion aus nachhaltigen Quellen – ohne dass die Strompreise deswegen in unerreichbare Höhen gestiegen sind. Wie aus Zahlen der „United States Energy Information Administration (EIA)“ hervorgeht, konnte das Land im März erstmals mehr als zehn Prozent des Strombedarfs nur durch Solaranlagen und Windräder decken.

Auch Disney setzt auf die Produktion von sauberem Solarstrom in den Vereinigten Staaten Via: Business Green

Der Wind weht im Frühjahr in der Regel am kräftigsten

Dazu beigetragen haben allerdings auch die klimatischen Bedingungen. Denn im Frühjahr weht beispielsweise in Texas der Wind am stärksten. Interessanterweise stehen in dem als Ölstaat bekannten Bundesland zudem die meisten Windräder. Sonnenreiches Wetter sorgte zudem dafür, dass auch die Solarkraftwerke viel Strom produzierten. Jetzt im Sommer dürfte deren Output sogar noch einmal steigen. Allerdings weht dann auch deutlich weniger Wind, weshalb die Gesamtproduktion wieder unter die Marke von zehn Prozent fallen dürfte. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Windkraft in den meisten Bundesstaaten eine deutlich wichtigere Rolle einnimmt als die Solarenergie.

Die Solarenergie spielt in den meisten Bundesstaaten noch die kleinere Rolle

Ein gutes Beispiel dafür ist Iowa. Der Bundesstaat bezieht 37 Prozent seines Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien, hat aber so gut wie gar keine Solaranlagen in Betrieb. Anders sieht dies lediglich in Arizona und Kalifornien aus, wo insbesondere große Solarkraftwerke einen nicht unerheblichen Beitrag zur Stromversorgung leisten. Tesla will zukünftig allerdings auch Solardachziegeln anbieten und so dafür sorgen, dass auch der Markt für kleine und private Solaranlagen in den Vereinigten Staaten einen Boom erlebt. Außerdem ist die Stromnachfrage im Frühjahr und Herbst traditionell am schwächsten, sodass der Anteil der Erneuerbaren Energien in diesem Zeitraum stets am höchsten. Schaut man sich die geplanten neuen Solar- und Windkraftwerke allerdings an, ist es nur eine Frage der Zeit, bis zweistellige Werte für das ganze Jahr zur Normalität werden.

Via: Inhabitat