Fast alle Experten sind sich einig: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis selbstfahrende Autos auf unseren Straßen unterwegs sein werden. Die dafür notwendige Technik wird direkt in den Fahrzeugen verbaut sein. In Sachen Motorrad geht der japanische Hersteller Yamaha aktuell aber einen anderen Weg: Er hat einen Roboter entwickelt, der auf dem Sitz des Zweirads Platz nimmt und von dort die komplette Steuerung übernimmt.


Das heißt: Wie der menschliche Fahrer auch muss der Motobot bremsen, beschleunigen, schalten und sich in die Kurve legen. Eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe für die Entwickler. Getestet wurde der Motobot nun im direkten Duell mit einer Motorrad-Legende.

Noch kann der Roboter menschliche Rennfahrer nicht ins Schwitzen bringen. Foto: Yamaha

Rossi absolvierte seine Runde 32 Sekunden schneller als der Roboter

Valentino Rossi ist neunfacher Weltmeister in verschiedenen Klassen und gehört zu den wenigen Rennfahrern, die den Moto GP Titel mit unterschiedlichen Herstellern gewinnen konnten. Auf dem Westkurs des Thunderhill Raceway Park in Kalifornien kam es nun zum direkten Duell zwischen Mensch und Maschine. Das Ergebnis fiel für die Technik allerdings noch ernüchternd aus: Rossi brauchte für die 3,2 Kilometer lange Strecke 1 Minute und 25 Sekunden. Der Motobot hingegen überquerte die Ziellinie erst nach einer Minute und 57 Sekunden. Die Differenz von 32 Sekunden stellt im Motorradrennsport eine enorme Dimension dar. Mit dieser Zeit wäre der Motobot wohl nicht nur Valentino Rossi unterlegen, sondern so ziemlich jedem talentierten Rennfahrer.

Maschinelles Lernen soll zu besseren Rundenzeiten führen

Doch die Entwickler geben die Hoffnung nicht auf. Denn der Roboter kann inzwischen nicht nur eine Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern auf gerader Strecke erreichen, sondern soll auch das Kurvenfahren noch weiter optimieren. Dafür haben sie maschinelles Lernen in den Motobot integriert. Fährt dieser bestimmte Strecken nun wiederholt ab, merkt er sich auf lange Sicht die Ideallinie und soll so zu deutlich schnelleren Rundenzeiten fähig sein. Aus Sicht der menschlichen Rennfahrer dürfte interessant sein, ob der Computer schließlich eine ähnliche Ideallinie wählt wie seine humanen Konkurrenten – oder gänzlich neue Ansätze verfolgt. Yamaha allerdings hat ein anderes Ziel bei dem Projekt: Das selbstständige Lernen des Systems soll später bei vielen anderen Verkehrsmitteln zum Einsatz kommen.


Via: CNET

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