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Mensch vs Maschine: Go-Weltmeister Lee Sedol schlägt Googles AlphaGo in der vierten Runde

Das Brettspiel Go ist in Japan sehr beliebt, nicht zuletzt auch aufgrund der vielen Möglichkeiten bei den Spielzügen. Go ist weitaus schwieriger als Schach, was vor allem auch für die künstliche Intelligenz eine Herausforderung bedeutet. Im Fünf-Runden basierten Go-Duell der Superlative stellte sich mit Lee Sedol einer der weltweit besten Go-Spieler der Herausforderung gegen die von Google Deepmind entwickelte Software AlphaGo anzutreten. Die ersten drei Runden konnte die Maschine für sich entscheiden. Runde vier behauptete allerdings Sedol und den Siegt feierte der Südkoreaner heute auch entsprechend ausgiebig. Dass eine Software einen Menschen in Go schlagen kann, ist als riesen Schritt im Hinblick auf die Entwicklung selbstlernender Maschinen zu bewerten.

By Donarreiskoffer (Self-photographed) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

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Google Maschine gewinnt die Oberhand

Viereinhalb Stunden dauerte es, bis Sedol AlphaGo besiegt hat. Noch im Februar kündigte der Go-Meister Sedol, der immerhin 18 internationale Titel gewann, an, die Google-Maschine haushoch schlagen zu können. Die Rechnung ging dann doch nicht ganz auf. Bereits im Oktober besiegte AlphaGo den Europameister im Go. Spielbeobachtern und Kommentatoren zufolge habe AlphaGo auch bei dem aktuelle Battle mit Sedol stets die Oberhand in dem Spiel behalten und teilweise Züge getätigt, die keiner der 1300 professionellen Go-Spieler aus Japan, China oder Südkorea in dieser Weise vorgenommen hätte. „Sedol sei halt nur ein Mensch“, so Sedols ehemaliger Go-Trainer Kwon Kyp Yong. Die Schwäche des menschlichen Spielers ist seine „mentale Verletztbarkeit“ ergänzt der Experte. Der Wettsreit ist durchaus spannend und zeigt vor allem auf technischer Ebene, wie weit die Entwicklung der künstlichen Intelligenz schon vorangeschritten ist. Google nutzt die Erfahrungswerte um die Software in unterschiedlichen Ebenen später einmal zu implementieren. Ein Gebiet dürfte dabei das autonome Google Auto sein, was durchaus auch von einem stets dazulerndem Algorithmus profitieren dürfte. Gestern haben wir zudem über Googles Roboter-Arme berichtet, die sich selbst Dinge beibringen können, ebenfalls ziemlich spannend.

Bei Go geht es darum auf einem Spielbrett mit 361 Feldern die gegnerischen Steine einzukreisen und diese dann wegzunehmen. Gewonnen hat am Ende derjenige, der die meisten Felder erobern konnte. Beim Schach gibt es bereits eine Weile schon die Möglichkeit Computer einzusetzen. IBM zeigte zudem schon im Jahr 1997 wie die Software Deep Blue dem Weltmeister Garri Kasparow einen Sieg abringen konnte.

Lee Sedol wird bis zum 15. März die letzte Runde Go gegen Googles AplhaGo bestreiten. Das Ganze wird über Googles Videoplattform Youtube zur Schau gestellt. Die Sieger-Präme wird übrigens auf knapp 900.000 Euro beziffert. Wir sind gespannt, ob Sedol auch wenigstens noch einen zweiten Sieg einholen kann.

Lee vs Google: Runde 4

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