Gebärmutterkrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Pro Jahr erkranken mehr als 11.500 Frauen an dieser Krebsart. Eine Metastudie konnte jetzt nachweisen, dass die Einnahme der in der Pille enthaltenen Hormone durchaus das Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken verringert. Hierfür wertete ein internationales Forscherteam 36 Studien aus Nordamerika, Europa, Asien, Australien und Südafrika aus. Analysiert wurden dabei 27.276 erkrankte sowie 115.743 gesunde Frauen.


Creme statt Pille - bessere Verhuetung?
Pille mindert Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken

Mehr als 200.000 Krebsfälle verhindert

Immer wieder stellen sich junge aber auch ältere Frauen die Frage:“ Nehme ich jetzt die Pille oder nicht?“ Es gibt mehrere Gründe sich gegen die Einnahme des auf Hormonen basierenden Verhütungsmittels zu entscheiden. Hormone wirken schließlich auf den Körper ein, können zu Stimmungsschwankungen führen. Angst vor Veränderungen blüht auf, Angst vor Nebenwirkungen. Die Ängste sind berechtigt, Hormone wirken sich immer in irgendeiner Form auf den menschlichen Körper aus. Welche Veränderungen konkret bei einem Individuum von Statten gehen, ist nicht genau vorhersehbar. Jeder Körper reagiert schließlich anders auf die Hormone. Darüber hinaus liest Frau auch immer wieder, dass die Einnahme der Pille das Thrombose-Risiko erhöht. Ein weiterer Punkt, der zum Nachdenken anregt.

Ein internationales Forscherteam hat sich jüngst jedoch die Mühe gemacht und 36 Einzelstudien im Rahmen einer allumfassenden Analyse (Metastudie) auszuwerten und zu untersuchen, ob es nicht auch positive Aspekte gibt, die neben der Verhütung und dem verkürzten und oftmals auch weniger schmerzhaften Zyklus für die Pille sprechen. Immer wieder gab es kleinere Studien, die untersuchten, ob die Pille das Risiko von Gebärmutterkrebs senkt. Bisher waren die Studien jedoch zu klein um ein allumfassendes Gesamtfazit oder eine Prognose geben zu können. Die Wissenschaftler der aktuellen und im Fachblatt „Lancet Oncology“ veröffentlichten Studie griffen jedoch auf Daten von insgesamt 143.019 Frauen zurück.


„Wir schätzen, dass im Laufe der letzten 50 Jahre knapp 400.000 Fälle von Gebärmutterkrebs bei Frauen vor Erreichen des 75. Lebensjahr in Ländern mit einem höheren Einkommen durch die Verwendung von oralen Kontrazeptiva verhindert wurden, darunter etwa 200.000 in den letzten zehn Jahren“, so die Studienautorin Dr. Naomi Allen weiter zusammenfassend.

Schutz stellt sich bereits nach wenigen Jahren ein

Die Forscher fanden heraus, dass bei 1000 Frauen, die aus Industrienationen stammen und nie mit der Pille verhüteten, 23 vor dem 75. Lebensjahr an Gebärmutterkrebs erkrankten. Frauen hingegen, die mindestens fünf Jahre die Pille nahmen zeigten ein geringeres Risiko. Von 1000 Frauen erkrankten nur noch 17 vor dem 75. Lebensjahr an Gebärmutterkrebs. Die Wissenschaftler konnten auch einen positiven Trend erkennen und festhalten, dass sich das Risiko in den Folgejahren weiterhin minimiert. So waren nach zehnjähriger Einnahme des oralen Kontrazeptivums nur noch 13 von 1000 Frauen betroffen.

„Diese Studie enthielt auch Daten darüber, wie lange der Effekt anhält. Es zeigte sich, dass das Risiko für Gebärmutterkrebs bei Frauen mehr als 30 Jahre nach Absetzen der Pille immer noch vermindert ist“, betont Fiona Osgun in einer Mitteilung der Forschungsorganisation „Medical Research Council“, die die Metastudie finanzierten. Die Forscher halten weiter fest, dass der Schutz vor Gebärmutterkrebs auch dann noch wirksam ist, obwohl die neuen Pillen über einen verminderten Östrogengehalt verfügen.

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