An der University of the West of England (UWE Bristol) arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung von Klinkern mit mikrobiologischen Brennstoffzellen, die als Energieumwandler dienen. Demnächst könnten unsere Hauswände uns mit Strom, frischer Luft und sauberem Wasser versorgen!


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Klinker sollen in der Zukunft eine Vielzahl von Zwecken erfüllen

Häuserwände als »lebende Organismen«

Häuser aus dieser Klinkerart sollen sehr ähnlich wie lebende Organismen funktionieren: Sie nehmen bestimmte Materialien in sich auf und produzieren daraus wichtige Stoffe, die ihre Bewohner benötigen. Der »Input« könnte beispielsweise aus Sonnenlicht, Kohlendioxid, Algen, Bakterien und Grauwasser bestehen – heraus kommen Trinkwasser, Sauerstoff, Strom, Wärme, Biofluoreszenz und Biomasse. Die mikrobiologischen Brennstoffzellen (MFCs) im Inneren der Wände erspüren die Umgebungsbedingungen innen wie außen und reagieren darauf. Je nach »Programmierung« übernehmen sie bestimmte festgelegte Aufgaben. Die MFS’s wurden in der Vergangenheit bereits dazu verwendet, aus toten Fliegen, Matsch oder menschlichem Urin Strom zu erzeugen.

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Ein Blick auf die mikrobiologischen Brennstoffzellen / Foto: UWE Bristol)

Living Architecture (LIAR) fördert globale Nachhaltigkeit

Die in die Klinkerwände eingebauten mikrobiologischen Brennstoffzellen nutzen die Stoffwechselaktivitäten der integrierten Mikroben, um organischen Abfall aufzuschlüsseln und daraus Energie herzustellen. Jeder der damit ausgestatteten Klinkersteine soll wie ein elektrischer analoger Computer funktionieren, so wird aus einem gewöhnlichen Haus lebendige Architektur! Das Projekt nennt sich auch ganz folgerichtig »Living Architecture (LIAR)« und hat vor allem die globale Nachhaltigkeit im Blick. Wie die Wasser- und Biomaterialaufbereitung funktionieren soll, wird allerdings nicht gesagt. Ebenso bleibt unklar, auf welche Weise sich die Mikroben programmieren lassen. Die Hauswand als Bioreaktor bleibt dennoch eine interessante Grundidee, die unser zukünftiges Leben bereichern könnte.


Quelle: gizmag.com

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