Bisher war es faktisch fast unmöglich, das privat gekaufte Auto zu einem Taxi umzurüsten. Denn der Gesetzgeber schrieb vor, dass Streckenzähler und Taxameter zeitgleich eingebaut werden müssen. Dies sollte Manipulationen verhindern, hatte aber auch einen Nebeneffekt: Nur die Hersteller selbst waren in der Lage ein normales Auto zu einem Taxi umzurüsten. Aus wirtschaftlicher Sicht machte es daher am meisten Sinn, direkt ein Fahrzeug zu kaufen, das als Taxi konzipiert wurde. Nur: Es gab so gut wie keine Angebote für Elektrofahrzeuge in der Taxiversion. Der Gesetzgeber hat daher nun reagiert: Inzwischen können auch andere Dienstleister die Umrüstung übernehmen. Noch aber hält der hohe Anschaffungspreis viele Taxiunternehmen von der Umstellung auf den reinen Elektrobetrieb ab.


Nissan Leaf 2016
Kann zukünftig deutlich einfacher zu einem Taxi umgebaut werden: Der Nissan Leaf mit Elektroantrieb. Bild: Nissan

Bis zu vierzig Prozent des Kaufpreises können wieder hereingeholt werden

Die Stadt München will dieses Problem allerdings nun lösen: Die bayerische Landeshauptstadt hat daher ein zwei Millionen Euro teures Förderprogramm aufgelegt. Die Idee dahinter: Taxifahrer und Taxiunternehmen, die die hohen Anfangsinvestitionen stemmen, werden dafür anschließend mit Fahrprämien belohnt. Konkret erhalten sie für jeden gefahrenen Kilometer mit Fahrgast zwanzig Cent. Was sich zunächst nach nicht so viel anhört, addiert sich mit der Zeit zu einer stattlichen Summe. Insgesamt kann so bis zu vierzig Prozent des Kaufpreises wieder hereingeholt werden. Im Idealfall können die Elektrofahrzeuge so durch die Förderung und die niedrigen laufenden Kosten auf lange Sicht preislich mit den Benzin- und Dieselautos mithalten.

Die Fahrpreise für den Kunden ändern sich nicht

Für die Taxifahrer gibt es zudem eine besondere Garantie: Wer mit leerem Akku liegen bleibt, wird vom ADAC kostenlos zur nächsten Ladestation geschleppt. Insgesamt hofft die Stadt München, durch das Förderprogramm 170 neue Elektrotaxis auf die Straße zu bekommen. Aus Sicht der Kunden läuft die Fahrt genauso ab wie zuvor. Auch die Fahrpreise bleiben gleich. Parallel zu der Taxioffensive will die bayerische Hauptstadt zudem in den Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge investieren: Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen auf dem gesamten Stadtgebiet insgesamt 500 öffentliche Ladestationen entstehen. Auch dies könnte den Anreiz zum Kauf eines Elektroautos erhöhen.


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