Die Weltgesundheitsorganisation hat Quecksilber als eine der zehn gefährlichsten Chemikalien für die menschliche Gesundheit überhaupt eingestuft. Gelangt es unkontrolliert in die Natur, kann dies erhebliche Folgen für die dort lebenden Menschen und Tiere haben. Dies zeigte sich besonders drastisch in den 1950er Jahren in der japanischen Stadt Minamata. Dort hatte ein Chemiekonzern quecksilberhaltiges Wasser einfach ins Meer laufen lassen. Die Folge: Tausende Vergiftungen und bis zu 3.000 Todesfälle. Bis heute wird eine Quecksilber-Vergiftung daher auch als Minamata-Krankheit bezeichnet. Es ist also kein Zufall, dass die Vereinten Nationen genau diesen Ort auswählten, um eine Konvention zur Überwachung und Reduzierung von Quecksilberemissionen zu beschließen.

Die Verwendung von Quecksilber soll weltweit besser reguliert werden.

Kohlekraftwerke müssen ihre Quecksilberemissionen reduzieren

Denn heute ist zwar allgemein bekannt, dass Quecksilber hochgiftig ist und das Nervensystem angreift. Dennoch wird es beispielsweise beim Goldabbau oftmals noch genutzt. Außerdem entsteht es als Abfallprodukt in Kohlekraftwerken. Auch einige Produkte – etwa Thermometer und Batterien – enthalten die gefährliche Chemikalie. Die neue UN-Konvention sieht nun kein komplette Verbot von Quecksilber vor. Dies ist nicht möglich, weil es auch natürliche Vorkommen gibt. Die unterzeichnenden Länder verpflichten sich aber dazu, den Verbrauch und die Entstehung in der Industrie zu reduzieren. Arbeiter, die mit der Chemikalie in Kontakt kommen, müssen zudem besser geschützt werden. Außerdem sollen keine neuen Quecksilber-Minen mehr gebaut werden.

Die Vereinigten Staaten ratifizierten das Abkommen als erstes

Außerdem wird bei einigen Produkten die Verwendung von Quecksilber komplett verboten. Bisher haben weltweit immerhin 128 Staaten die Konvention unterschrieben. 78 Länder haben den Vertrag zudem schon ratifiziert. Sie sind damit an die dort enthaltenen Regelungen gebunden. Interessanterweise waren die Vereinigten Staaten das erste Land, das die Konvention angenommen hat. Bisher gibt es auch keine Anzeichen dafür, dass die neue Regierung unter US-Präsident Donald Trump aus der Vereinbarung aussteigen möchte. Deutschland hingegen hat das Abkommen noch nicht ratifiziert. Dies sollte aber eigentlich nur noch eine Formsache sein. Denn die meisten Vorgaben der Konvention werden hierzulande bereits seit längerem erfüllt. Die deutschen Verbraucher könnten dennoch von dem Abkommen profitieren – etwa durch weniger belastete importierte Lebensmittel wie Fisch.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.